Summary

  • Im März 1996 meldete Hondutel fünf ISPs und vier direkt angeschlossene Organisationen sowie 25 weitere Anschlüsse in Bearbeitung; 64-kbit/s-Direktzugang kostete monatlich 600 US-Dollar, Einwahl 30 US-Dollar.
  • NetSys sagte im Februar 1997, direkte Leitungen von Hondutel zu kaufen und selbst keinen dedizierten Dienst weiterverkaufen zu dürfen, obwohl das Unternehmen unbegrenzte Einwahl anbot.

Ein Markt kann neue Internetanbieter zulassen, ohne ihnen die Kontrolle über alle Bestandteile des verkauften Dienstes zu geben. Hondutel, der staatliche Telekommunikationsanbieter von Honduras, machte diese Grenze in einem Update vom März 1996 sichtbar: Das Unternehmen erklärte, jede interessierte Firma könne ISP werden, beanspruchte aber zugleich das exklusive Recht, Kommunikationsdienste im Land zu verkaufen. [S1]

Das Update liefert einen knappen Blick auf das Netz hinter dieser Politik. Hondutel meldete fünf ISPs und vier direkt angeschlossene Organisationen; weitere 25 Anschlüsse seien „in Bearbeitung“. Für Tegucigalpa nannte das Unternehmen zwei Cisco-7000-Router und drei Server für Web, Mail und DNS. Separat bezifferte es die Nutzerzahl seines X.25-Netzes auf 600. Der Bericht erklärt weder die Art der 25 offenen Anschlüsse noch ihren Fertigstellungstermin oder ob alle ISP-Kunden waren. Die X.25-Zahl gehört zu einem anderen Netzdienst und ist keine Zahl der Internetkunden. [S1]

Die Preisliste macht zwei Zugangsstufen sichtbar. Hondutel nannte 600 US-Dollar pro Monat für direkten Internetzugang mit 64 kbit/s und 30 US-Dollar für Einwahlzugang. Installationskosten, Vertragsbedingungen, Datenlimits und Servicequalität fehlen. Das sind die vom Anbieter im März 1996 genannten Preise, keine geprüfte landesweite Tarifliste und kein Beleg dafür, was jeder Nutzer tatsächlich zahlte. Hondutel verortete seinen Upstream in Reston, Virginia, über SprintLink und gab an, Sprint International zu bezahlen. [S1]

Ein Traceroute aus Großbritannien hatte im Januar 1996 bereits einen Hondutel-Host über SprintLink erreicht. Der Test belegt einen Weg zu einer Adresse von einem Messpunkt aus. Er beweist weder Zugang für jeden ISP, jede Organisation oder Stadt noch die Qualität des Endkundendienstes. [S2]

Der Bericht von NetSys aus dem Februar 1997 zeigt, wie diese Grenze für einen privaten Anbieter aussah. Das Unternehmen erklärte, in Tegucigalpa und San Pedro Sula zu arbeiten und zwei direkte 128-kbit/s-Leitungen zu Hondutel zu nutzen, die jeweils 1.200 US-Dollar im Monat kosteten. Private Firmen könnten keine dedizierten Dienste verkaufen; NetSys könne Kunden daher nur Einwahl mit 28,8 kbit/s anbieten. Ein unbegrenztes Einzelkonto kostete laut Unternehmen 59,90 US-Dollar monatlich. Das ist die Darstellung und Preisangabe eines Anbieters, weder ein Gerichtsurteil noch eine vollständige Erhebung aller ISPs.

Die Zahlen von 1997 betreffen einen anderen Zeitpunkt und Dienstekontext als Hondutels Preisliste von 1996 und bilden keine geprüfte Preisreihe. [S3]

Die Quellen stützen eine eng gefasste Aussage: Hondutel beschrieb einen für neue Anbieter offenen ISP-Markt, doch dedizierte Leitungen blieben eine vom nationalen Betreiber kontrollierte Vorleistung. Ein Unternehmen konnte Internetzugang verkaufen, ohne eine private Standleitung frei weiterverkaufen zu dürfen. Der Eintritt in den Einzelkundenmarkt bedeutet nicht automatisch Kontrolle über Upstream-Kapazität, Dienstekategorien oder dedizierte Firmenanschlüsse.

Im März 1996 plante Hondutel, den Dienst innerhalb von drei Monaten auf San Pedro Sula und La Ceiba auszuweiten. Das ist eine erklärte Absicht, kein Beleg für den Abschluss. NetSys war 1997 in San Pedro Sula tätig; daraus folgt nicht, dass Hondutels angekündigte Erweiterung diese Aktivität verursachte. Die zeitgenössischen Berichte dokumentieren einen entstehenden Markt, keine vollständige Versorgungskarte oder landesweite Nutzungsstatistik. [S1][S3]

Sources