Zusammenfassung
- Hitachi und SPACECOOL begannen am 15. September mit Versuchen, um passive Strahlungskühlung an Geräten zu testen, die in Stromversorgungssystemen und Rechenzentren eingesetzt werden
- Im Versuch werden die Kühlleistung sowie die Anforderungen an Installation und Wartung unter Betriebsbedingungen untersucht
Die Fakten
Hitachi und SPACECOOL teilten am 15. September mit, dass sie Versuche mit einem Material zur passiven Strahlungskühlung für Infrastrukturausrüstung begonnen haben. Die Unternehmen testen Anwendungen im Umfeld von Stromversorgungssystemen und Rechenzentren, insbesondere an Geräten, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt oder an Orten installiert sind, an denen sich eine elektrisch betriebene Kühlung nur schwer nachrüsten lässt.
Das Material von SPACECOOL ist darauf ausgelegt, Sonnenlicht zu reflektieren und zugleich Wärme als Infrarotstrahlung abzugeben. Nach Angaben des Unternehmens kann es dadurch die Temperatur einer exponierten Oberfläche senken, ohne dass das Kühlmaterial selbst Strom benötigt.
Der Versuch untersucht das Temperaturverhalten, die Geräteeigenschaften, die Installationsbedingungen und die Wartungsanforderungen. SPACECOOL vertreibt die Technologie bereits in Produkten für Gebäude und Außeninfrastruktur, darunter eine 2023 eingeführte Magnetfolie. Hitachi und SPACECOOL haben bislang keine Messergebnisse aus dem neuen gemeinsamen Versuch veröffentlicht.
Die Einordnung
Entscheidend ist die Messung im Inneren der Geräte. Eine kühlere Außenfläche ist nur dann von Nutzen, wenn die dahinterliegenden Komponenten dadurch innerhalb ihrer zulässigen Betriebstemperaturgrenzen bleiben.
Damit ist passive Kühlung vor allem dort relevant, wo Sonneneinstrahlung von außen zusätzliche Wärme einträgt, etwa bei einem exponierten Geräteschrank oder einer Stromversorgungseinheit. Die Abfuhr der in einem dicht bestückten Serversystem erzeugten Wärme ist dagegen eine andere Aufgabe. Der Versuch sollte daher nicht als Beleg dafür verstanden werden, dass das Material das Hauptkühlsystem eines Rechenzentrums ersetzen kann.
Auch die Wartung wird eine Rolle spielen. Eine Folie oder Beschichtung, die im Neuzustand gut funktioniert, muss dennoch Witterung, Reinigung und wiederholten Zugriffen auf die Geräte standhalten. Der Test von Hitachi kann zeigen, ob die Temperatursenkung lange genug anhält und so wenig zusätzlichen Aufwand verursacht, dass das Material im täglichen Infrastrukturbetrieb sinnvoll einsetzbar ist.
Worauf zu achten ist
Achten Sie auf Ergebnisse, die sowohl die Oberflächen- als auch die Innentemperatur der Geräte unter vergleichbaren Wetter- und Betriebsbedingungen ausweisen. Installationsdauer, Wartungsanforderungen und die Leistung nach längerer Exposition im Freien geben Aufschluss darüber, ob passive Kühlung hitzebedingte Probleme bei bestimmten Arten von Infrastrukturausrüstung verringern kann.
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