Zusammenfassung
- Die ITU-T-Studiengruppe 2 hat die Konsultation über eine mögliche Schließung des öffentlichen ENUM als Informationsabfrage klargestellt. Defekte Länderdelegationen werden nach dem überarbeiteten Verfahren einzeln behandelt.
- Das TSB kontaktiert den betroffenen Staat. Bleibt 60 Tage lang eine Antwort aus, kann es RIPE NCC mitteilen, dass die nicht funktionierende Delegation zurückgezogen werden darf; ein veröffentlichter Einzelfall einer solchen Rücknahme fehlt bislang.
Der Unterschied zwischen einem defekten Nameserver und einer staatlichen Entscheidung passt in keine Fehlermeldung. Im ENUM-Baum unter e164.arpa bekommt er jetzt einen Ablaufplan. Die ITU-T-Studiengruppe 2 hat im September die Schritte für nicht funktionierende Länderzweige festgelegt. Bei RIPE 93 am 28. Oktober berichtete RIPE-NCC-Geschäftsführer Hans Petter Holen, die internen Verfahren für nicht antwortende oder veraltete Delegationsbetreiber seien vereinbart.
Vorher stand eine viel größere Frage im Raum. Circular 123 der ITU-T bat Mitgliedstaaten um Auskunft zu einer möglichen Einstellung des öffentlichen ENUM. Laut der Zusammenfassung der September-Sitzung stellte der Vorsitzende klar: Das Schreiben war informativ, keine bindende Abstimmung über das Ende des Systems. Die Aufgaben von ITU, Internet Architecture Board und RIPE NCC bleiben bestehen. Die Institutionen haben damit das Problem wieder auf die Größe der tatsächlich beschädigten Delegationen gebracht.
Das öffentlich zugängliche Übergangsverfahren beschreibt den nächsten Schritt. Sind die Nameserver einer Länder-Delegation außer Betrieb oder ist eine befristete Delegation abgelaufen, fragt das Telecommunication Standardization Bureau (TSB) beim betroffenen Mitgliedstaat nach. Erfolgt innerhalb von 60 Tagen keine Antwort, darf das TSB RIPE NCC mitteilen, dass die nicht operative Delegation entfernt werden kann. Diese Frist betrifft den einzelnen Kontakt, nicht die gesamte ENUM-Zone. Ein fehlgeschlagener DNS-Test ist der Anlass, nicht die Vollmacht.
RIPE NCC erklärt seine Rolle selbst: Zonenbetrieb nach Vorgaben des IAB, Weiterleitung von Delegationsanträgen an das TSB und technische Prüfung nach dessen Zustimmung. Der Staat kann sich zum eigenen Code äußern und eine Reparatur anstoßen. Nach einer Entfernung lässt das Verfahren einen neuen Antrag auf Eintragung zu. Die Reihenfolge bindet die technische Hand des Registrys an einen nachvollziehbaren amtlichen Kanal.
Holen schätzte im RIPE-93-Protokoll, dass ungefähr die Hälfte der Delegationen vollständig funktioniere. Das ist eine mündliche Rundung, keine neue Bestandsaufnahme aus Oktober. Der frühere Theo-March-Text über 23 problematische Delegationen behandelte noch den Entwurf. Jetzt sind die September-Beschlüsse und die konkrete 60-Tage-Strecke der neue Sachverhalt. Das TSB will zudem Staaten, die ENUM fortführen möchten, nach ihren Nutzungsfällen befragen und mit RIPE NCC die Ansprechpartner für mangelhafte Delegationen ausfindig machen.
Ein öffentlicher Fall mit Ländercode, Datum der amtlichen Anfrage, Antwort oder Fristablauf und anschließender Zonenänderung fehlt. Erst damit lässt sich eine tatsächlich vollzogene Rücknahme nach diesem Verfahren belegen.
Quellen: ITU-T-Sitzungsbericht, ITU-Verfahren, RIPE-93-Protokoll, ENUM-Betrieb bei RIPE NCC.
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