Zusammenfassung
- ARIN schätzt, dass in einem Zeitraum von sieben Tagen rund 79 Prozent der Whois-Abfragen IP-Adressen betrafen, 10 Prozent ASNs, 9 Prozent Organisationen und 2 Prozent andere Typen.
- Alle zehn aktivsten Abfragequellen derselben Woche nutzten AWS-Adressen. ARIN sieht die dahinterstehenden Organisationen nur begrenzt; die Zahlen belegen weder eine Nutzerzahl noch die Bereitschaft zur Migration.
Eine Abfrageverteilung, keine Nutzerkarte
Die Zahlen stammen aus dem öffentlichen ARIN-Consult-Verfahren zur Zukunft der Verzeichnisdienste. Am 31. August beantwortete Präsident und CEO John Curran eine Bitte um Aufschlüsselung nach Abfragetypen mit vier ungefähren Anteilen. Zudem seien die zehn aktivsten Quellen in genau diesem Siebentagezeitraum AWS-Adressen gewesen. Dadurch habe ARIN nur wenig Einblick in die tatsächlichen Organisationen hinter dem Verkehr.
Die Stichprobe beschreibt, wonach gefragt wurde. Sie nennt weder die absolute Zahl der Abfragen noch die Zahl unterschiedlicher Clients oder Organisationen und zeigt nicht, welche Software oder Arbeitsabläufe von Whois abhängen. ARIN veröffentlichte auch keine konkreten Anfangs- und Enddaten. Abfragetyp und Abfragesyntax sind zudem verschiedene Dinge: Aus der Antwort geht nicht hervor, wie viele Anfragen einfache Wortsuche waren, wie ein Teilnehmer vermutet hatte.
Das ist für ARINs Vorschlag relevant, ältere Verzeichnisdienste in Richtung RDAP zu überführen. Die Verteilung kann einen Teil der beobachteten Last zeigen, aber nicht, wen ARIN kontaktieren, welche Anwendungen angepasst oder welche Fristen eingeplant werden sollten. Eine AWS-Adresse ist ein Hinweis auf die Netzwerkquelle, keine Zahl von Kundenorganisationen. Curran räumte ein, dass ARIN diese Zuordnung kaum vornehmen kann.
ARIN beschrieb auch den betrieblichen Zielkonflikt: Eine neue Kompatibilitätsschicht könnte mehr Entwicklungsaufwand und Betriebsrisiko verursachen, als Whois länger weiterzuführen. Ein Hinweis in der Ausgabe erreiche womöglich keine Software, die Antworten automatisiert ausliest. Die Konsultation endete am 14. September. ARIN prüft die Rückmeldungen und will geplante nächste Schritte auf der ARIN 58 und auf der Website vorstellen. Die Agenda sieht am 23. Oktober einen Programmpunkt zur Roadmap der Verzeichnisdienste vor; sie verrät weder die Entscheidung noch, welche Daten veröffentlicht werden.
Quellen
Currans Antwort vom 31. August mit der Aufschlüsselung; die frühere Antwort zur Datenerhebung; die Ankündigung der Konsultation, die Abschlussmitteilung und die Agenda der ARIN 58.
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