Zusammenfassung

  • Ein neues reines IPv6-LIR zahlt für ein /32 laut AFRINIC-Tabelle 1.250 statt 2.500 US-Dollar Zuteilungsgebühr; nur der erste Jahresbeitrag wird vollständig erlassen.
  • Bei einem unveränderten /32-Grundbeitrag von 2.500 Dollar ergeben sich für die Jahre zwei bis vier 625, 1.250 und 1.875 Dollar. Ein vorhandenes IPv4-Mitglied erhält IPv6 ohne Aufpreis, während ein reines IPv6-Mitglied bei einem späteren IPv4-Antrag als neues IPv4-Mitglied bezahlt.

Ein Gratisjahr kann teuer anfangen. Die veröffentlichte Gebührentabelle von AFRINIC erlässt einem neuen Mitglied, das ausschließlich IPv6-Ressourcen erhält, den ersten Jahresbeitrag vollständig. Bei der Zuteilungsgebühr beträgt der Nachlass nur 50 Prozent. Für ein kleines LIR mit /32 weist die Tabelle 2.500 US-Dollar Zuteilungsgebühr und ebenso viel als jährlichen Grundbeitrag aus. Das erste Beitragsjahr kostet null; für die Zuteilung stehen 1.250 Dollar auf der Rechnung.

Die folgenden Jahre sind ebenso genau beschrieben. Der Beitragsrabatt beträgt im zweiten Jahr 75 Prozent, im dritten 50 Prozent und im vierten 25 Prozent. Bleiben /32-Kategorie und Grundbeitrag gleich, zahlt das Mitglied 625, 1.250 und 1.875 Dollar. Danach ist kein weiterer Nachlass aufgeführt; der veröffentlichte Grundbetrag lautet 2.500 Dollar. Die IPv6-Seite des Registers bestätigt diese Abfolge. AFRINIC lockt mit einem gebührenfreien Beitragsjahr und hat die Rückkehr zum Normalpreis schon mitgedruckt.

Wer bereits als IPv4-Inhaber Mitglied ist, bekommt eine andere Rechnung. Für ein ausgegebenes IPv6-Präfix entsteht dann keine zusätzliche Gebühr; AFRINIC berücksichtigt das neue Präfix auch nicht bei der Berechnung der Beitragskategorie. Der IPv6-Neuling zahlt dagegen eine halbe Zuteilungsgebühr und durchläuft eine befristete Rabattreihe. Die Preisfrage hängt am bisherigen Status im Register, nicht allein am neuen Präfix.

Auch spätere Anträge haben ihren eigenen Schalter. Ein reiner IPv6-Inhaber zahlt für zusätzliche IPv6-Ressourcen keine weitere Zuteilungsgebühr. Beantragt er später IPv4, berechnet AFRINIC die Gebühren eines neuen IPv4-Mitglieds nach Abschnitt 2. Führt ein zusätzlicher Ressourcenbestand zu einer anderen Beitragskategorie, gilt der neue Beitrag ab dem nächsten Abrechnungszyklus. Wer beide Adressfamilien braucht, sollte deshalb die Reihenfolge der Anträge kalkulieren.

Die Einleitung der Gebührentabelle verweist auf eine Grundfassung von 2008 und mögliche Änderungen durch den Vorstand. Auf den öffentlichen Seiten stehen weder Musterrechnungen noch Zahlen der Mitglieder, die diese Rabattstrecke durchlaufen haben. Damit ließe sich ihre tatsächliche Nutzung bewerten. Die veröffentlichte Mechanik ist bereits deutlich: Der erste Jahresbeitrag wird erlassen, die Zuteilung sofort bezahlt und der Nachlass anschließend Schritt für Schritt abgebaut.