Zusammenfassung

  • Der Auftragsbestand für Gasanlagen stieg von 53 auf 64 Gigawatt; Reservierungen von Fertigungsplätzen sanken von 63 auf 58 Gigawatt. Zusammen sind das 122 Gigawatt.
  • 13 Gigawatt bestehender Reservierungen wurden zu Aufträgen, fünf Gigawatt an Geräten wurden ausgeliefert. Eine Quartalslieferung ist kein Erfüllungsprozentsatz für den mehrjährigen Bestand.

Drei Türen bis zum Werkstor

Wer eine Gasturbine will, kann zuerst einen Platz im Fertigungsplan sichern. Danach folgt der Geräteauftrag, zuletzt der Versand. GE Vernova hat diese Schritte in seiner bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Quartalsmitteilung einzeln beziffert. Auftragsbestand und Platzreservierungen für Gasgeräte summierten sich am Quartalsende auf 122 Gigawatt. Vor drei Monaten waren es 116. Die Addition verdeckt, wo die Menge hingewandert ist.

Neue Verträge betrafen elf Gigawatt: acht als Reservierungen, drei als direkte Aufträge. Weitere 13 Gigawatt aus früheren Reservierungen wurden zu Aufträgen; Geräte für fünf Gigawatt wurden verschickt. Der Auftragsbestand folgt der Rechnung 53 + 13 + 3 − 5 = 64 Gigawatt. Die Reservierungen ergeben 63 + 8 − 13 = 58 Gigawatt. Die Gesamtzahl wuchs um sechs Gigawatt, während 13 Gigawatt eine Stufe näher an die Auslieferung rückten.

Ein reservierter Slot bindet Platz in der Fabrikplanung. Ein Auftrag steht im Gerätebestand. Erst der Versand bringt die Maschine auf den Weg zum Kunden. GE Vernova veröffentlicht weder einen einheitlichen Preis pro Gigawatt noch Liefertermine für alle 122 Gigawatt oder die Zahlungen je Stufe. Daraus ließe sich ablesen, wie schnell die Warteschlange zu Umsatz und Geld wird. Das Management nennt Versorger und Rechenzentren als Kunden, teilt die Gas-Gigawatt aber nicht auf diese Gruppen auf.

Die Power-Sparte verbuchte im Quartal Aufträge über 21,780 Milliarden Dollar bei 6,067 Milliarden Dollar Umsatz. Für den gesamten Konzern standen 6,057 Milliarden Dollar operativer Mittelzufluss und 5,409 Milliarden Dollar frei verfügbarer Cashflow nach Unternehmensdefinition. Dollarzahlen und Gigawattbestand haben unterschiedliche Berichtskreise. Der Konzern verdient bereits Geld mit dem Geschäft; die reservierten Plätze sind damit noch nicht ausgeliefert.

Fünf Gigawatt gingen in drei Monaten hinaus, die 122 Gigawatt reichen über längere Lieferfristen. Entscheidend ist nun die Durchlässigkeit zwischen den Stufen: Bestellungen müssen durch Materialbeschaffung, Montage und Abnahme. GE Vernova hat die Auftragsseite gefüllt. Das Werkstor bleibt der Engpass, an dem der Anspruch auf Umsatz Wirklichkeit wird.

Quellen