- Fortune Hospitality & Infra hat in Telangana auf rund 170 Acres einen KI-Rechenzentrumspark mit einem Investitionsvolumen von 600 Milliarden indischen Rupien vorgeschlagen
- Der Projektentwickler plant, aufbereitetes Grauwasser zur Kühlung zu nutzen, hat jedoch weder die Aufbereitungskapazität noch den für die einzelnen Module erforderlichen Bereitstellungszeitplan offengelegt
Die Fakten
Fortune Hospitality & Infra hat in Kandukur im Distrikt Ranga Reddy des Bundesstaates Telangana einen KI-Rechenzentrumspark mit einem Investitionsvolumen von 600 Milliarden indischen Rupien vorgeschlagen, der in vier unabhängig betreibbaren Modulen eine IT-Kapazität von 1.200–1.600 MW bereitstellen soll.
Das über Sudeeksha Estates geführte Vorhaben würde rund 170 Acres umfassen. Fortune erklärte, jedes Modul könne eine IT-Kapazität von bis zu 400 MW für Anwendungen in den Bereichen KI, Cloud-Dienste, Colocation und Hochleistungsrechnen bereitstellen. Nach Angaben des Unternehmens könnten die kumulierten Investitionen letztlich auf eine Billion indische Rupien steigen, wenn weitere Phasen und Betreiberinfrastruktur in Betrieb genommen werden.
Fortune plant außerdem, aufbereitetes Grauwasser für die Kühlung und andere Zwecke ohne Trinkwasserbedarf zu nutzen; daneben sind Wasserrecycling, Wiederverwendung und Überwachung vorgesehen. Das Unternehmen hat das Kühldesign als wassereffizientes System mit geschlossenem Kreislauf beschrieben und plant die langfristige Beschaffung von Solar- und Windstrom.
Der Vorschlag enthält keine Angaben zur Aufbereitungskapazität, zu den Regelungen für die Wasserversorgung oder zum Wasserbedarf auf Modulebene. Die angekündigten Zahlen beziehen sich daher auf einen Entwicklungsplan, nicht auf betriebsbereite Rechenkapazität oder gemessene Verringerungen des Frischwasserverbrauchs.
Die Einordnung
Fortunes Wasserplan schafft für den Ausbau des Campus eine weitere Infrastrukturabhängigkeit. Bevor ein Modul den Betrieb aufnehmen kann, benötigt sein Kühlsystem eine zuverlässige Wasserversorgung in der erforderlichen Qualität und Menge. Die Angabe von aufbereitetem Grauwasser benennt die vorgesehene Quelle, noch nicht jedoch die für seine Bereitstellung erforderliche Aufbereitungs- und Verteilungsinfrastruktur.
Der modulare Aufbau des Projekts könnte es ermöglichen, die Wasserinfrastruktur schrittweise zu errichten. Das hängt jedoch davon ab, welche Aufbereitungs-, Speicher- und Verteilungssysteme einzelne Module versorgen können und welche für den gesamten Campus gebaut werden müssen. Fortune hat diese Abfolge nicht offengelegt.
Für die Leserinnen und Leser von BTW ist nicht die letztliche Obergrenze von 1,6 GW der relevante Meilenstein, sondern die Frage, ob die Wasserinfrastruktur gleichzeitig mit dem ersten Rechenzentrumsmodul bereitsteht. Ein an dessen Inbetriebnahmeplan gekoppelter Aufbereitungs- und Versorgungsplan würde zeigen, ob sich der Vorschlag zur Grauwassernutzung von einer Nachhaltigkeitszusage zu umsetzbarer Infrastruktur entwickelt hat.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten sind Vereinbarungen über die Versorgung mit aufbereitetem Wasser, die Aufbereitungskapazität und die Verteilung an das erste Modul sowie dessen Bau- und Inbetriebnahmezeitplan. Diese Details werden zeigen, ob die Wasserinfrastruktur parallel zu der Rechenkapazität bereitgestellt werden kann, die Fortune in Betrieb nehmen will.
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