Zusammenfassung

  • Fassung 08 vom 28. September ist ein aktiver Internet-Draft der IDR-Arbeitsgruppe, weder RFC noch endgültige Zuteilung neuer Protokollwerte.
  • Fassung 07 sah für IP-Basisfilter die Familie 256 und für das Zielpräfix die Komponente 60 vor. Fassung 08 trennt die vorgeschlagenen Familien IPv4 Basic 1000 und IPv6 Basic 1100; das IPv4-Zielpräfix trägt innerhalb der IPv4-Familie den Komponentenwert 1000.
  • Erst Familie, Komponente und Textfassung zusammen beschreiben die beabsichtigte Regel. Der Empfang eines NLRI belegt noch keine Installation im Datenpfad.

Die Kennung hat eine Adresse innerhalb der Grammatik

RFC 8955 definiert die IPv4-Variante von FlowSpec v1. Für v2 ist das Basic-IP-Dokument weiterhin ein Entwurf. Im Juli standen die grundlegenden IP-Komponenten in einer gemeinsamen Liste. Die Septemberfassung gibt IPv4 und IPv6 eigene Familien und führt daneben getrennte Gruppen für Queue Pair, CAT und Routing Augment. Wer nur einen Komponentenwert in ein Protokoll schreibt, verliert damit einen Teil seiner Bedeutung: Die Nummer muss ihrer Familie zugeordnet werden.

Für Labortests ist das keine Nebensache. Ein früherer Prüfvektor für Familie 256 und Komponente 60 kann nicht unverändert als Beleg für Familie 1000 und Komponente 1000 dienen, auch wenn beide Einträge für Menschen ähnlich benannt sind. Der Entwurf verlangt zudem eine streng aufsteigende Reihenfolge der TLVs im NLRI und verbietet doppelte Einträge. Bereits die syntaktische Annahme hängt folglich an einer konkreten Fassung der Struktur. Abschnitt 9 bittet die IANA um ein AFI, zwei SAFIs und neue Register; AFI/SAFI-Werte tragen noch TBD. Vorgeschlagene Tabellenwerte sind nicht dasselbe wie abgeschlossene Registereinträge.

Der nächste Knoten kann mehr wissen als der erste

Die Autoren beschreiben ausdrücklich Teilumstellungen: Manche BGP-Knoten prüfen die Syntax, können aber eine neue Filterfamilie nicht selbst einsetzen. Ein Knoten darf ein ansonsten wohlgeformtes NLRI mit ihm unbekannter Familie oder Komponente je nach Konfiguration weitergeben. Die semantische Prüfung kann erst an einem späteren, kundigen Knoten erfolgen. Der Text warnt deshalb vor der Möglichkeit, dass eine inhaltlich fehlerhafte Regel zunächst weitergetragen wird.

Das ist keine Meldung über einen Vorfall. Es sind unterschiedliche Beweispunkte: empfangen, weitergereicht, verstanden, lokal installiert und am Paket wirksam. Auch die Regeln zu abhängigen Filtern und zu verpflichtenden oder optionalen Komponenten zeigen, warum eine positive BGP-Empfangsbestätigung nicht die Datenebene attestiert. Mit jeder Änderung der Familienstruktur wächst der Wert eines versionsgebundenen Prüfprotokolls.

Quellen