Zusammenfassung

  • Erik Bais bündelte mit RIPE 2015-04 die Transferregeln für IPv4, IPv6, AS-Nummern und Bewegungen zwischen Regionalregistern in einem Dokument. Die vierte Fassung wurde am 14. März 2017 angenommen.
  • Für knappe Ressourcen aus einer Fusion oder Übernahme beginnt eine 24-monatige Sperre für Transfers nach RIPE-Richtlinie. Weitere Fusionen sind innerhalb der Frist möglich; die öffentliche Transferliste muss den Weg des Halterwechsels zeigen.

Im Register steht nach einem Firmenkauf ein neuer Inhaber eines IPv4-Blocks. Der Eintrag sieht wie ein Transfer aus, obwohl das Unternehmen und nicht der Adressblock als Einzelgeschäft verkauft wurde. Erik Bais setzte in RIPE 2015-04, Fassung eins, genau dort an: Nach einer Übernahme soll der neue Halter knappe Nummernressourcen nicht sofort per Richtlinien-Transfer weitergeben können. Die 24 Monate beginnen auch für ihn.

Seine Vorlage war mehr als eine zusätzliche Frist. Regeln für IPv4, IPv6, AS-Nummern und Inter-RIR-Bewegungen standen in vier Dokumenten. Bais zog die Transferbestimmungen in einen gemeinsamen Text. Wer eine Ressource weitergeben wollte, bekam ein zusammenhängendes Regelwerk statt einer Suche über mehrere Ablagen. Zugleich traten die unterschiedlichen Wege des Halterwechsels klarer hervor.

In der angenommenen vierten Fassung nennt Abschnitt 2.2 IPv4 und 16-Bit-AS-Nummern als Beispiele knapper Ressourcen. Ein Transfer nach RIPE-Richtlinie ist 24 Monate ab Empfang durch den Halter ausgeschlossen; auch eine Fusion oder Übernahme setzt diese Frist in Gang. Eine weitere Fusion oder Übernahme innerhalb des Zeitraums bleibt ausdrücklich zulässig. Die Wirkungsanalyse des RIPE NCC trennt Unternehmensgeschäfte von Richtlinien-Transfers und setzt den Beginn der Frist auf die Registrierung des neuen Halters in der RIPE-Datenbank.

Das ist keine Hintertür, die der Text versteckt. Es ist eine Ausnahme, die er aufschreibt. Der neue Eigentümer kann einen frisch übernommenen IPv4-Block nicht am nächsten Tag als einzelnen Richtlinien-Transfer verkaufen. Eine andere Gesellschaft kann trotzdem den Netzbetreiber kaufen. Im Register wechselt dann erneut der Halter. Die Frage lautet jeweils, auf welchem Weg.

Abschnitt 4 verlangt deshalb mindestens monatlich eine Liste mit abgebender und empfangender Partei, ursprünglicher Ressource, aufgeteilten Präfixen, Datum und Kennzeichnung: Richtlinien-Transfer oder Änderung der Unternehmensstruktur. Nach der Wirkungsanalyse würden Fusionen erst ab Einführung der neuen Veröffentlichung erfasst. Die RIPE-Gemeinschaft nahm die Vorlage am 14. März 2017 an; das Ergebnis erschien als ripe-682.

Eine Uhr ohne Bewegungsprotokoll wäre schwer zu prüfen. Bais verband das Warten mit einer öffentlichen Angabe darüber, welche Art von Geschäft die Adresse bewegte.