Zusammenfassung
- Eine öffentliche W3C-Diskussion von 2013 suchte einen Broadcast an mehrere Umgebungen desselben Ursprungs. 2014 wurde die Beteiligung von Workern festgehalten; 2015 berichtete eine öffentliche Fachkorrespondenz von Implementierungsarbeit.
- Im heutigen HTML-Standard verteilt der Browser eine serialisierte Nachricht an andere geeignete Kanäle mit gleichem Namen und gleichem Storage Key. Was die Empfänger daraus machen, bestimmen die Anwendungen.
Tab A weiß, dass die Leserin gegangen ist. Tab B zeigt noch ihre Merkliste, Tab C hält die Kontoeinstellungen bereit. Drei Büros teilen sich einen Flur und führen trotzdem getrennte Anwesenheitslisten. Jede Seite könnte beim Server nachfragen. Doch wenn ein Büro die Neuigkeit bereits kennt, ist eine kurze Hausmitteilung der elegantere Weg. Der Browser beherbergt die Büros ohnehin; er brauchte nur eine Zustellregel.
Die 2013 eröffnete öffentliche W3C-Akte zeigt die Suche danach. Diskutiert wurde unter anderem ein Objekt, das beim Erstellen einen Kanalnamen erhält und mit postMessage() andere Hörer gleichen Ursprungs und Namens erreicht. In den Kommentaren werden Varianten verhandelt. Die Grundidee ist einfach: Ein Tab muss die Fensteradressen der anderen nicht einzeln kennen, um denselben Verteiler zu benutzen.
Der Verteiler bekam weitere Empfänger. Ein W3C-Ticket vom Januar 2014 verlangte BroadcastChannel für Worker; die Aktualisierung im Juni dokumentiert die Änderung an der HTML-Arbeit. Ein Hintergrundprozess kann tätig sein, während sichtbare Fenster kommen und gehen. Mit dem Kanal durfte auch dieser Kollege am Nachrichtentisch Platz nehmen, sobald sein Zustand Empfang erlaubt.
Im öffentlichen WHATWG-Briefwechsel vom Januar 2015 ging es um eine Implementierung für Firefox Nightly; die Beteiligten verwiesen auf die HTML-Spezifikation. Das W3C-Verzeichnis des HTML-5.1-Arbeitsentwurfs vom Oktober 2015 führte BroadcastChannel als Schnittstelle und verlinkte die WHATWG-Definition. Aus dem Vorschlag war ein konkretes Stück Standardisierungsarbeit geworden.
Der aktuelle HTML-Standard beschreibt die Zustellung genau. Der Browser serialisiert die Nachricht und sucht andere geeignete Kanäle mit demselben Namen und Storage Key. Er streicht den Absender aus der Empfängerliste und stellt für jeden anderen ein message-Ereignis in die Warteschlange. Ein Fenster braucht ein vollständig aktives Dokument; ein Worker muss empfangsbereit sein. Liegt ein Tab in einer anderen Speicherpartition, hat die Hauspost dort keinen Briefkasten.
Als Beispiel nennt der Standard selbst die Abmeldung in einem Tab und die Mitteilung an einen anderen. Der Kanal bringt die Nachricht. Die Webanwendung führt die Kontoaktion aus und passt ihre Ansicht an. Ein Theme-Wechsel oder der Abschluss einer Aufgabe lässt sich ähnlich bekanntmachen. Der Browser verteilt Umschläge; die Büros entscheiden, was auf dem Zettel steht und was danach zu tun ist.
Wer den Verteiler nicht mehr braucht, schließt ihn. Laut Standard kann ein Kanal mit registriertem Nachrichtenempfänger weiterleben und Speicher belegen. Eine gute Hauspost spart Wege, aber sie verlangt auch einen Feierabend. Schließlich soll die Abmeldung des Lesers nicht zur Dauerschicht eines vergessenen Hörers werden.
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