Summary
- RFC 1609 erschien im März 1994 als experimenteller Entwurf. Physische Netze, Knoten und Schnittstellen sollten im X.500-Verzeichnis eigene Einträge erhalten; IP, OSI und andere Zwecke bekamen getrennte logische Abbildungen.
imageOfverwies von einer Abbildung auf das Gerät oder eine weitere Abbildung. Derselbe Knoten konnte für ein Protokoll Gateway sein und für ein anderes nicht.
Wer ein Rack fotografiert, hat die Hardware erfasst. Welche Wege IP durch diese Hardware nehmen darf, zeigt das Foto nicht. Für OSI kann dieselbe Maschine wieder anders aussehen. Glenn Mansfield, Thomas Johannsen und Mark Knopper machten aus dieser Differenz den Kern ihres Entwurfs von 1994. Sie suchten eine gemeinsame Ablage für Infrastruktur und mehrere, voneinander unterscheidbare Sichtweisen darauf.
Die Autoren beschrieben ein praktisches Loch: Fehler- und Leistungsüberwachung blieb häufig lokal, während Informationen über Verbindungen, Adressen, Dienste, Zuständige und Regeln mehrere Verwaltungsbereiche betrafen. Ihr Modell begann mit einem Graphen. Geräte und Teilnetze bildeten Knoten, Leitungen die Kanten. Eine einzelne Leitung konnte ein einfaches Netz sein, ein Verbund mehrerer Netze ein zusammengesetztes. Doch zwischen „physisch angeschlossen“ und „für dieses Protokoll erreichbar“ liegt eine Entscheidung, die kein Kabel trifft.
Der Entwurf nannte eine protokollspezifische Sicht image. Im X.500-Verzeichnis sollten network, node und networkInterface die physischen Teile beschreiben. Daneben standen networkImage, nodeImage und networkInterfaceImage für deren logische Rollen. imageOf verwies von der Abbildung auf ein physisches Objekt oder eine andere Abbildung; das physische Objekt konnte zurück auf seine Abbilder zeigen. So ließ sich eine Maschine mehrfach beschreiben, ohne jedes Mal ihre Schrauben und ihren Standort neu zu erfinden.
Das Gateway macht den Unterschied greifbar. Ein Gerät kann an zwei Netzen hängen und IP zwischen ihnen weitergeben, während es für OSI keine entsprechende Durchgangsstelle ist. Deshalb gehört externalGateway in die jeweilige Netzabbildung. Auch die logische Schnittstellenadresse hat einen Kontext: IP-Nummer oder OSI-NSAP. connectedNetwork verweist auf das Netz derselben Sicht. Eine Schnittstellenabbildung wird nur angelegt, wenn das betreffende Protokoll die physische Schnittstelle tatsächlich nutzt. Wer bloß die Verkabelung kopiert, zeichnet Verbindungen ein, die der Datenverkehr nicht nehmen kann.
Weniger Datenduplikate und erhaltene Verwaltungsgrenzen waren ausdrückliche Ziele. Eigentümer, Standort und Kontakt konnten am physischen Objekt hängen, Protokollfunktionen an den Bildern. RFC 1608 führte das Schema für IP-Netze, Adressen, Masken und Informationen zu autonomen Systemen aus. Die Verknüpfung verteilte Beschreibungen auf Zuständige; sie erledigte deren Pflege nicht.
Der Entwurf überließ Cache-Regeln dem lokalen Betrieb, bezeichnete Angaben zu Verkehr und Kosten als unzureichend bestimmt und behandelte Sicherheitsfragen nicht im Einzelnen. Für eine Aussage über einen konkreten Einsatz bräuchte es datierte Verzeichniseinträge und Nutzungsprotokolle. Die RFC liefert das Modell. Dessen scharfer Punkt bleibt: Ein Zeiger auf denselben Router macht aus zwei Protokollkarten noch keine identischen Netze.
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