Zusammenfassung

  • RFC 948 stellte 1985 eine Ethernet-kompatible und eine IEEE-802.2/802.3-konforme IP-Kapselung gegenüber. Ein Kopffeld bezeichnete bei Ethernet den Protokolltyp, bei 802.3 die Länge. Gemeinsame physische Signale genügten deshalb nicht für ein gemeinsames IP-Netz.
  • Ira Winston, der Autor von RFC 948, empfahl 1985 eine statische Formatwahl für neue und vorhandene Rechner: erst bei Ethernet-kompatiblen Rahmen bleiben, dann gemeinsam umschalten. Ein Rechner mit beiden Formaten konnte als Gateway dienen, doch der Text erwartete erhebliche Leistungskosten.

Die Leitung wusste von nichts

Die beiden Welten sahen an der Hardware fast gleich aus. RFC 948 nannte die physische Schicht von Ethernet Version 2.0 und IEEE 802.3 für praktische Zwecke kompatibel. Ihre Verbindungsschichten waren es nicht. Das vermeintlich gleiche Feld im Rahmenkopf trug einmal den Protokolltyp, einmal die Länge. Wer einen Rahmen empfing, musste vor der IP-Verarbeitung entscheiden, nach welcher Regel er ihn las. Eine funktionsfähige Leitung gab darüber keine Auskunft.

Für bestehende Ethernet-Installationen beschrieb Winston einen Weg, die bisherige Typbedeutung zu behalten. Im betrachteten 802.3-Netz mit 10 Mbit/s durfte ein Längenwert höchstens 1500 sein. Höhere Werte konnten privat genutzt werden. Die Typwerte für IP, ARP und Trailer-Kapselung lagen oberhalb dieser Grenze. Eine physisch kompatible 802.3-Verbindung konnte so Ethernet-artige IP-Rahmen transportieren und mit vorhandenen Ethernet-Rechnern verkehren. Die numerische Lücke löste ein Übergangsproblem; sie beseitigte nicht die Unvereinbarkeit der Leseregeln.

Die andere Methode nutzte IEEE 802.2 LLC Type 1 Unnumbered Information. DSAP und SSAP waren auf 96 gesetzt, den in RFC 948 genannten globalen IP-Zugangspunkt. Nötige Nullauffüllung bis zur Mindestgröße des 802.3-Rahmens gehörte nicht zum IP-Datagramm. Zur Zuordnung von IP- und lokalen Adressen beschrieb das Memo statische Tabellen und empfahl nachdrücklich eine dynamische Entdeckung nach ARP-Art. Zwei Rechner mit dieser Methode konnten sich verstehen. Der Nachbar mit Ethernet-artiger Kapselung sprach auf derselben Leitung eine andere Rahmensprache.

Der Stichtag war Teil des Protokolls

Im Fazit schrieb Winston, ein Mischen beider Verfahren auf einem LAN würde es in zwei inkompatible Teilnetze aufteilen. Ein zweisprachiger Host könnte als Gateway dienen. Das hätte nach dem Memo eine erhebliche Leistungsstrafe. Aus einer lokalen Unterhaltung würde ein Weg über einen Vermittler, weil die äußere Hülle des IP-Pakets nicht übereinstimmte. Der Netzplan zeigte weiterhin ein Kabel; die Paketwege zeigten die Spaltung.

Winston bevorzugte die IEEE-802.2/802.3-Methode: Die Standards waren national und international anerkannt und dieselbe Kapselung konnte auf anderen IEEE-802-Medien eingesetzt werden. Doch alte Ethernet-Installationen waren bereits in Betrieb. Deshalb ordnete sein Vorschlag die Arbeit zeitlich: neue Implementierungen erhalten eine statische Wahl, bestehende werden entsprechend erweitert, und währenddessen senden alle weiter im Ethernet-kompatiblen Format. Erst wenn jeder Host wählen kann, soll das gesamte LAN die IEEE-Methode nutzen. Wer den letzten ungeprüften Rechner übersieht, schaltet nicht das gesamte Netz um.

RFC 1042 verwendete 1988 später LLC/SNAP statt des direkten SAP 96 von RFC 948. DSAP und SSAP hatten dort den Wert 170, danach kamen ein Null-Organisationscode und ein EtherType. Das Dokument hielt auch fest, dass Link-Broadcasts in einer Mischumgebung nur Rechner desselben Link-Formats erreichen. Wenn das Mischen nötig ist, empfahl es ein IP-Gateway zwischen zwei getrennt behandelten Netzen. Der spätere Standard zeigt eine veränderte Kapselung und dieselbe Trennlinie; er belegt keinen vollzogenen Standortwechsel nach Winstons Plan.

RFC 948 benannte einen gefährlichen Fehlschluss bei der technischen Umstellung: Die Schnittstelle passt, also gilt der Wechsel als erledigt. Der Empfänger muss den Rahmen lesen können, und alle Nachbarn müssen zur selben Zeit dieselbe Regel benutzen. Für diesen Zeitpunkt gab es keinen Ersatz aus Kupfer.

Quellen