Zusammenfassung

  • BMP kann Peer-Zustände, Routing-Sichten, Statistiken und gespiegelte BGP-Nachrichten exportieren, aber jeder Feed hat einen definierten Beobachtungsumfang.
  • Eine Route in Adj-RIB-In, Adj-RIB-Out oder Loc-RIB beweist weder Next-Hop-Auflösung noch FIB-Installation, Hardwareprogrammierung oder Paketzustellung.
  • Eine belastbare Aussage braucht einen befristeten Beleg, der BMP-Vollständigkeit mit Router-Readback, Zählern und aktiven Tests verbindet.

Der Collector ist grün, der Pfad ist schwarz

Ein Monitoring-System empfängt weiter Updates. Eine Route erscheint nach der Eingangspolitik, wird in der Loc-RIB ausgewählt und ist auch ausgehend sichtbar. Der Peer bleibt etabliert, das Dashboard meldet keinen Fehler. Trotzdem gehen Pakete verloren, weil eine Linecard nach einem Programmierfehler die Next-Hop-Adjazenz nicht installiert hat.

Der Feed kann dabei korrekt sein. Er beschreibt den vom Router exportierten Routingzustand. Falsch ist erst die Folgerung, diese Beobachtung sei zugleich ein Urteil über die tatsächlich weiterleitende Ebene.

Die Sicht gehört zum Beleg

RFC 7854 liefert empfangene Routen, Peer-Übergänge, Statistiken und Route Mirroring. Für die Bewertung müssen Router, BGP-Instanz, Peer, Policy-Stufe, Ende des Anfangsdumps und Collector-Kontinuität feststehen. Mirroring kann Stichproben verwenden; das Protokoll kennt eine Meldung für verlorene Nachrichten. Eine lebende TCP-Verbindung garantiert keine lückenlose Historie.

RFC 8671 ergänzt Adj-RIB-Out. Die Post-Policy-Sicht soll zeigen, was tatsächlich an den Peer gesendet wurde; der Vergleich mit Pre-Policy hilft bei der Prüfung der Ausgangspolitik. Das belegt eine BGP-Ankündigung, nicht den FIB-Zustand.

RFC 9069 ergänzt die Loc-RIB mit ausgewählten BGP-Routen. Auswahl ist aussagekräftiger als Empfang, bleibt aber von einem ASIC-Readback getrennt. RFC 9232 ordnet BMP folgerichtig der Kontrollebenen-Telemetrie zu.

Einen Zeugen der Weiterleitung hinzufügen

Next-Hop-Auflösung, RIB-FIB-Abgleich, Adjazenzen und Labels, Linecard-Programmierung, Zähler, Drops und aktive Probes müssen im selben Zeitfenster zusammengeführt werden. Fehlt eine FIB- oder Hardware-Sicht, muss der Befund ausdrücklich enger bleiben.

Quellen