Zusammenfassung

  • Ein neuer individueller DAWN-Entwurf beschreibt einen Kreis: Für eine Fähigkeitsabfrage braucht der Kunde einen Namen, den ihm erst die Entdeckung verfügbarer Angebote liefern könnte.
  • Das Papier nennt innerhalb des geltenden Auftrags drei Wege: bekannte Kennungen ausprobieren, einen kleinen Suchbereich vollständig lesen oder einen groben Vermittler finden. Jeder Weg verschiebt Datenschutz, Datenmenge oder Vertrauen.

Am Auskunftsschalter wird erst die Abteilungsnummer verlangt, bevor es einen Lageplan gibt. Dieses Bild trifft den Kern des Entwurfs vom 28. Oktober. Ein Kunde weiß vielleicht, was ein Agent erledigen soll. Daraus folgt noch kein Name für die technische Fähigkeit, nach der er suchen muss. Die Suche setzt Wissen über das Angebot voraus, das sie eigentlich beschaffen soll.

Der DAWN-Auftrag beschränkt sich auf die anfängliche Entdeckung minimaler öffentlicher Informationen in einem lokalen Netz, einer Organisation oder zwischen kooperierenden Parteien. Offene Suche, semantische Zuordnung und Auswahl nach Absicht gehören nicht dazu. Der Anforderungsentwurf sieht eine Suche nach Funktion vor, ausgehend von einem bekannten Namen oder Bereich. Er verlangt auch einen Hinweis auf gekürzte Bereichsergebnisse. Wie aus einem Ziel ein Funktionsname wird, bleibt offen.

Das neue Papier sortiert fünf Auswege. Bekannte Kennungen nacheinander abzufragen ermöglicht präzise Antworten, setzt aber ein Wörterbuch beim Kunden voraus; die Folge der Anfragen verrät sein Interesse. Die gesamte Absicht an einen Katalog zu schicken würde den Kreis auflösen. Dann kennt der Katalog das Ziel, und die semantische Zuordnung überschreitet den Auftrag. Bei der dritten Variante liest der Kunde alle Datensätze eines kleinen Bereichs und entscheidet selbst. Die Absicht bleibt lokal, doch Datentransfer und Anforderungen an verständliche öffentliche Kurzangaben wachsen.

Variante vier findet zunächst einen allgemeinen Vermittler und übergibt ihm das Ziel im anschließenden Anwendungsaustausch. Das senkt die Einstiegshürde, konzentriert aber Vertrauen und Einblick in Kundenvorhaben. Variante fünf veröffentlicht die Nachfrage, damit Anbieter sie finden; damit erfahren Teilnehmer des Bereichs von der Absicht. Nach Einschätzung des Entwurfs passen Kennungsversuche, begrenztes Auslesen und Vermittlung zum heutigen Auftrag. Die umgekehrte Entdeckung bleibt ungeklärt.

Wie knapp darf eine öffentliche Angabe sein? Zu knapp, und ein Kunde kann die gelesene Liste nicht verstehen. Ausführlicher, und vollständiges Auslesen wird teuer; zugleich stellt sich die Frage nach Grenzen gegen massenhaftes Abschöpfen. Der IETF-Eintrag führt das Dokument als individuellen Informational-Entwurf mit Status I-D Exists. Es enthält weder ein neues Protokoll noch Messdaten aus einem Einsatz. Ein Versuch mit begrenztem Suchbereich, verständlichen Angaben und klarer Kennzeichnung gekürzter Ergebnisse könnte die Kosten sichtbar machen.