Zusammenfassung
- Der erste öffentliche W3C Working Draft zu CSS Conditional Rules vom 1. September 2011 führte
@supportsein. Eine Gruppe von Stilregeln konnte davon abhängen, ob der Prozessor eine CSS-Eigenschaft und ihren Wert unterstützt. Der Entwurf von 2012 arbeitete die Syntax weiter aus. - Die Candidate Recommendation vom 4. April 2013 erläuterte Bedingungen mit
not,andundor. Der Candidate Recommendation Snapshot vom 13. Januar 2022 band die positive Antwort ausdrücklich an die Annahme einer Deklaration mit brauchbarer Implementierung.
Der Browser hatte schon vorher gute Manieren. Eine unbekannte CSS-Deklaration ließ er liegen und arbeitete weiter. Bei einer Randfarbe ist das oft eine erträgliche Lösung. Eine neue Aufteilung der Seite verlangt jedoch Zusammenarbeit: Spalten, Breiten und Reihenfolge müssen zueinander passen. Wenn nur ein Teil des Plans verstanden wird, sieht das Ergebnis aus wie ein Büroumzug, bei dem die Schreibtische ankamen und die Türen am alten Standort blieben.
Der erste öffentliche W3C Working Draft vom 1. September 2011 setzte ein Vorstellungsgespräch an. Mit @supports konnten mehrere Regeln gemeinsam hinter einer Frage zu Eigenschaft und Wert stehen. Für eine positive Antwort gab es die neue Aufteilung, für die andere eine Alternative. Der frühe Entwurf behandelte auch @document; in der Candidate Recommendation von 2013 lag das Gewicht auf der Fähigkeitsprüfung durch @supports.
Eine Frage lautet beispielsweise @supports (display: flex). Sie prüft eine bestimmte Deklaration statt den Ruf eines Browsers. Der Working Draft vom 11. September 2012 entwickelte die Formulierungen: not für die gegenteilige Antwort, and für mehrere notwendige Fähigkeiten, or für verschiedene zulässige Wege. Der Autor konnte die Anforderungen einer Aufteilung benennen, ohne sich auf den Namen eines Programms oder dessen Jahrgang zu verlassen.
Die Candidate Recommendation vom 4. April 2013 zeigt den Sinn an einem Layoutbeispiel. Die Regeln für eine flexible Aufteilung liegen im positiven Zweig. Breitenangaben für eine andere Aufteilung liegen hinter not. Das Dokument warnt, dass diese Breiten die flexible Version stören können, wenn sie auch dort angewendet werden. Die Bedingung ist eine Tür für ein zusammengehörendes Team von Regeln, keine Anstecknadel mit der Aufschrift „modern“.
Was zählt als bestandene Prüfung? Der Text von 2013 knüpft Unterstützung daran, dass der Prozessor die Deklaration akzeptiert, statt sie als Parsefehler zu verwerfen, und den Wert in brauchbarem Maß implementiert. Der Candidate Recommendation Snapshot vom 13. Januar 2022 beschreibt dies ausdrücklich für eine Deklaration innerhalb einer Stilregel. Die Antwort ist präzise, aber schmal. Ob die Navigation später elegant aussieht, ist eine andere Prüfung.
Das W3C nennt ein Beispiel, das jeden allzu stolzen Interviewer erdet. Eine Einstellung für hohen Kontrast kann die sichtbare Farbe ersetzen, während der Prozessor die Eigenschaft color weiterhin unterstützt. Auch die Kaskade und andere Regeln bestimmen das Endbild. Der Browser kann also die Frage ehrlich mit Ja beantworten und doch eine Seite zeigen, die der Designer so nicht geplant hatte. Ein Lebenslauf ist keine fertige Reportage.
Darum braucht die Ersatzaufteilung ihren eigenen Plan. Im Zweig @supports not (...) müssen Lesereihenfolge, Navigation und Breiten funktionieren. Die neue Aufteilung muss mit wirklichen Überschriften, Bildern und Tabellen ebenfalls geprüft werden. Der Fähigkeitscheck wählt einen Regelblock; er prüft keine Zeilenlänge und räumt keine überfüllte Seitenleiste auf. Die Redaktion behält das Handwerk.
Bei einem W3C-Tutorial von Bert Bos auf der WWW2013 wurde aus der Bedingung eine vorführbare Seite. Die Demo verbarg zunächst sechs Statusmeldungen und zeigte nur die Meldungen, deren positive, negative oder mit or verbundene @supports-Bedingungen zutrafen. Eine der Fragen betraf display: flex. So ließ sich die Auswahl direkt im Browser beobachten. Eine brauchbare Artikelaufteilung in beiden Zweigen musste ein Autor weiterhin selbst entwerfen.
Die Chronologie der vier W3C-Texte ist nüchtern: erster öffentlicher Entwurf 2011, weiterer Entwurf 2012, Candidate Recommendation 2013, Candidate Recommendation Snapshot 2022. Sie dokumentiert, wie die Frage und die Antwort definiert wurden. Die bleibende Neuerung ist, einen zusammenhängenden Satz von Stilregeln an eine konkrete Fähigkeit zu binden. CSS führte das Gespräch. Den Arbeitsplatz für beide möglichen Antworten musste der Autor selbst einrichten.
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