Summary

  • Die kanadische Regulierungsbehörde CRTC verhängte am 27. Oktober gegen Esprit Habitat wegen 106 Verstößen gegen Regeln für unerbetene Werbeanrufe eine Geldbuße von 106.000 kanadischen Dollar. Ein Teil der Anrufe kam vom beauftragten Callcenter Téléconcept in Marokko.
  • Die ursprüngliche Forderung betrug 136.930 Dollar. Die Behörde entfernte einen Zuschlag von 4.430 Dollar für nicht gezahlte Sperrlisten-Abonnements und senkte den Satz je Verstoß von 1.250 auf 1.000 Dollar.

Ein Möbelhaus kann den Anruf auslagern. Den Auftrag, Kunden in seine Läden zu holen, behält es. Esprit Habitat lockte Verbraucher mit Geschenken in zeitweilige Verkaufsräume; angerufen wurde durch das Unternehmen selbst oder durch Téléconcept in Marokko. Der CRTC-Beschluss 2026-281 zählt 106 Regelverstöße von September 2023 bis September 2024 und 45 Beschwerden im selben Zeitraum. Er schlüsselt die Verstöße nicht nach den beiden Anrufern auf.

Das kanadische Telekommunikationsgesetz bindet die Haftung an das Mandat. Nach Abschnitt 72.16 trägt Esprit Habitat auch die Verstöße seines Beauftragten. Für die von Téléconcept angewählten Vorwahlen hatte das Unternehmen kein Abonnement der nationalen Sperrliste für Werbeanrufe erworben. Es sorgte auch nicht ausreichend für das Aussortieren geschützter Nummern und für eine eigene Liste unerwünschter Anrufe. Die räumliche Entfernung gab dem Auftraggeber keinen anderen Rechtsstatus.

Beim Betrag nahm die CRTC den eigenen ersten Entwurf auseinander. Die Mitteilung von 2025 setzte 106 mal 1.250 Dollar an, also 132.500 Dollar, und rechnete 4.430 Dollar hinzu. Das war der doppelte Betrag nicht gezahlter Abonnementgebühren von 2.215 Dollar. Eine Verwaltungsbuße fließt jedoch an den kanadischen Staat und ersetzt dem Listenbetreiber keine entgangenen Gebühren. Der ersparte Aufwand darf das Abschreckungsmaß beeinflussen; er ist kein selbstständiger Rechnungsposten. Auch den höheren Satz von 1.250 Dollar hielt die Behörde gegenüber vergleichbaren Fällen ohne besondere Begründung für unangebracht.

Esprit Habitat zahlte auf die Mitteilung nicht und gab keine Stellungnahme ab. Die Verstöße galten damit gesetzlich als begangen. Die CRTC prüfte dennoch die Verhältnismäßigkeit: 45 Beschwerden bewertete sie als hoch, durchschnittlich neun Verstöße im Monat als niedrig und die Gefahr weiterer Verstöße nach wirkungslosen Hinweisen als sehr hoch. Der im ersten Geschäftsjahr angesammelte Nettogewinn floss ebenfalls ein. So entstand die endgültige Summe von 106.000 Dollar, fällig am 26. November 2026.

Amtliche Quelle