Summary
- Craig Johnson entfernte in seinem NANOG-98-Beispiel
le 32aus einer BGP-Exportregel. Die Sitzung blieb bestehen, aber die beiden vom Dienst angekündigten /25 passten nicht mehr. - Der Emulator beobachtete das echte Betriebssystem im gebauten Labor; ein verhaltensbasiertes Modell berechnete betroffene Pfade aus dem erfassten Netzstatus.
Die BGP-Sitzung war noch da. Wer nur darauf schaute, hätte den Fehler übersehen. In Craig Johnsons Beispiel wurde aus permit 10.20.30.0/24 le 32 die kürzere Regel permit 10.20.30.0/24. Der Dienst kündigte zwei /25 an. Beide fielen durch die neue Regel; unter den genannten Annahmen gab es weder ein deckendes /24 noch eine Standardroute im Kunden-VRF. Der HTTPS-Test im Labor lief in einen Timeout. Die Verbindung zwischen den Routern war gesund, die Verbindung zum Dienst nicht.
Johnson stellte das Beispiel am 19. Oktober bei NANOG 98 in Miami vor. Seine interne Plattform Skyforge baut wegwerfbare Netzlabore aus einer YAML-Beschreibung. netlab übersetzt die Topologie, KNE und meshnet starten Instanzen echter Netzwerkbetriebssysteme. So lässt sich beobachten, wie ein Gerät die Änderung verarbeitet und ob es Routen zurückzieht. Genau das geschah hier mit den beiden /25, während BGP Established meldete.
Ein Labor enthält allerdings nur die Welt, die jemand hineingebaut hat. Externe Nachbarn, gelernte Routen, aktuelle Störungen und Rückwege entstehen nicht von selbst. Johnson stellt dem Emulator deshalb einen verhaltensbasierten digitalen Zwilling gegenüber, der Konfiguration und Zustand des betriebenen Netzes einsammelt und daraus Pfade berechnet. Für dieselbe Änderung verlor ein Pfad seine Verbindung; acht von 56 untersuchten Quell-Ziel-Paaren änderten sich. Das Modell sieht den erfassten Zusammenhang. Es führt nicht den Softwarewechsel aus und misst keine Antwortzeit der Anwendung.
Beide Werkzeuge kamen in diesem Beispiel zum gleichen Befund. Ihre Übereinstimmung beweist etwas über diese Änderung, nicht über jedes künftige Netz. Auch die Skalierungszahlen in der Präsentation sind konkret: 100 cEOS-Knoten waren nach 374 Sekunden bereit; ein Versuch mit 250 blieb wegen Speichermangels bei 220 stehen; nach einer Korrektur waren 500 von 500 nach 925 Sekunden bereit. Das sind Messwerte seiner Plattform. Ein immer größeres Labor ersetzt keine Sammlung des tatsächlichen Zustands.
Johnson beschreibt einen Ablauf mit Änderung in git, Anwendung auf Laborgeräten bei vorbereitetem Undo, neuer Momentaufnahme und anschließender Entscheidung. Die Folien verorten den Ablauf ausdrücklich im Labor. Vor einer Produktionsfreigabe muss deshalb feststehen, ob die entscheidenden Beziehungen in der Labortopologie und im erfassten Modell wirklich vorhanden sind.
Quellen: NANOG-98-Sitzung · Johnsons Originalfolien.
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