Zusammenfassung
- Renato Ornelas beobachtete 34 WM-Spielabende bei OpenX im Fünfminutentakt. Am 24. Juni lag der lokale Cache bei 79 Gbit/s, ein PNI-Standort erreichte 2×100G, und 165 Gbit/s Google-Verkehr kamen dennoch aus dem Ausland.
- Der zweite PNI-Standort hatte freie Kapazität. Welche Präfixe und Sessions dort im Spitzenfenster tatsächlich hätten ankommen können, lässt sich aus den veröffentlichten Folien nicht ablesen.
Ein Standort hatte noch Platz. Der Verkehr nahm die Fernstrecke. Renato Ornelas zeigte auf der NANOG 98, wie groß diese Lücke war: 165 Gbit/s Google-Verkehr erreichten OpenX von außerhalb Brasiliens, während am zweiten lokalen PNI noch Luft blieb. Eine freie Schnittstelle auf dem Netzplan ist eben noch keine benutzte Route.
Ornelas, Gründer und CTO von OpenX, wertete für seine Originalfolien 34 Spielabende vom 11. Juni bis 19. Juli aus. Die Flow-Daten haben fünf Minuten Auflösung. OpenX beliefert über 60 nachgelagerte AS und schätzt ein bis drei Millionen Anschlüsse hinter deren Netzen. Gemessen wurde der eigene Wholesale-Rand, nicht das ganze Land.
Am 24. Juni erreichte Google-Verkehr dort 416 Gbit/s. Der integrierte Cache blieb bei 79 Gbit/s stehen; in Cotia schöpfte ein PNI-Standort zwei 100G-Verbindungen aus. Der andere hatte Reserven. Trotzdem kamen 165 Gbit/s von außerhalb Brasiliens. Die Herkunftsaufteilung der Präsentation setzt diese Menge zu 409 Gbit/s ins Verhältnis, also rund 40 Prozent. Die 409 Gbit/s dieser Aufteilung und das gemessene Maximum von 416 Gbit/s sind getrennte Werte.
Der Spielplan stand Monate vorher fest. Die gewöhnliche Spitzenstunde des Vormonats taugte trotzdem kaum als Messlatte. Ornelas stellt 48 Gbit/s an einem Mittwoch ohne Spiel den 416 Gbit/s am Spielmittwoch gegenüber. Über alle 34 Abende kamen gegenüber vergleichbaren fußballfreien Fenstern etwa 12 PB hinzu. Bei einem anderen Brasilien-Spiel fielen in der Halbzeit binnen zehn Minuten 128 Gbit/s weg. Ein Anpfiff ist für diese Last ein härterer Taktgeber als der Monatsdurchschnitt.
Ob der freie Standort die 165 Gbit/s hätte übernehmen können, entscheidet ein Dokument, das Ornelas nicht zeigte: der Zustand von Routing, Präfixen und Sessions pro Standort in genau diesem Fenster. Seine Flow-Messung macht die Frage unausweichlich. Wer den Weg steuert, muss erklären können, warum lokale Reserve und ausländische Zustellung gleichzeitig auftraten.
Quellen: NANOG-98-Sitzung · Originalfolien von Ornelas.
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