Zusammenfassung

  • Am 25. August 2026 billigte der IESG draft-ietf-idr-sr-policy-seglist-id-14 als Proposed Standard. Beim Beweisstichtag war das Dokument noch ein aktiver Internet-Draft in der RFC-Editor-Warteschlange; IANA führte Wert 19 weiterhin als vorläufige Zuteilung.
  • Die 32-Bit-Kennung ist nur in einem Candidate Path eindeutig. Dieselbe ID kann nach einer Änderung der SID-Folge bestehen bleiben. Betriebsnachweise müssen deshalb Geltungsbereich, Inhaltsstand, empfangenes BGP, SRPM-Prüfung, Programmierung und Verkehr verbinden.

Grün blieb nur die Anzeige

Vor einem Wartungsfenster nennt ein Controller drei geordnete Anweisungen Segmentliste 42. NETCONF-Verweis, Messreihe und Assurance-Ansicht verwenden dieselbe Zahl. Während der Änderung ersetzt der Controller die SIDs, behält aber 42. Die Kurve hat keinen Bruch, die Anzeige bleibt grün.

Das ist ein analytischer Test, kein gemeldeter Herstellerfall. Er zeigt die Grenze der neuen Funktion: Die Referenz blieb stabil, ihr Inhalt nicht. Wer nur nach 42 indiziert, verliert den Candidate Path. Wer Path und ID speichert, aber weder Zeitpunkt noch Inhaltsfingerabdruck, vermischt zwei Revisionen.

Vier getrennte Zustände

Die Bekanntmachung vom 25. August billigt Revision 14 aus der Inter-Domain Routing Working Group. Am 28. August zeigte der Datatracker weiterhin Active Internet-Draft und RFC Ed Queue; Referenzprüfung, Formatierung und IANA-Aktion liefen noch. Der Entwurf trägt das Datum 24. August, wurde am 26. aktualisiert und läuft am 25. Februar 2027 ab.

Im IANA-Register stand Wert 19 noch als vorläufige, am 19. Dezember 2025 eingetragene und ein Jahr später auslaufende Zuteilung mit Verweis auf eine ältere Revision. IESG-Billigung, nummerierter RFC, dauerhafter Registereintrag und produktive Nutzung sind verschiedene Tatsachen.

Eine kleine Lösung für teure Zuordnung

Eine SR Policy kann mehrere Candidate Paths enthalten, jeder davon mehrere Segmentlisten. RFC 9830 beschreibt den BGP-Transport zum Headend. Ohne kurze ID muss Telemetrie unter Umständen die gesamte SID-Folge wiederholen; ein Controller vergleicht sie Element für Element. Auch YANG- oder NETCONF-Konfigurationen brauchen einen Verweis auf eine per BGP gelernte Liste.

Das optionale Sub-TLV liegt in Segment List Typ 128 unter SR Policy Tunnel Type 15. Es hat Typ 19, Länge sechs Oktette und enthält eine vier Oktette lange vorzeichenlose Zahl. 1 bis 0xffffffff sind Kennungen; null bedeutet nicht zugewiesen.

Eine Nichtnull-ID muss nur unter den Listen eines Candidate Path eindeutig sein. Andere Paths, Policies oder Headends dürfen dieselbe Zahl nutzen. Zudem darf sich der Inhalt unter der ID ändern. Für eine belastbare Historie gehören daher NLRI mit Distinguisher, Color und Endpoint, Candidate Path, ID, geordnete SIDs sowie Zeitpunkt, Revision oder Inhalts-Hash zusammen.

Fehler verändern unterschiedliche Schichten

Eine andere Länge als sechs macht das zugehörige NLRI fehlerhaft und führt nach RFC 7606 zu treat-as-withdraw. Mehrere Instanzen in einer Liste: Die erste gilt, weitere werden ignoriert. Doppelte Nichtnull-IDs in einem Candidate Path sind dagegen ein semantischer SRPM-Fehler; alle betroffenen Listen können ihre ID-Zuordnung verlieren.

Ein älteres Headend kann einen Candidate Path mit unbekanntem Sub-TLV nach RFC 9830 als unbrauchbar einstufen. Deshalb empfiehlt der Entwurf selektive Ankündigung an fähige Knoten. Optional im Format heißt nicht folgenlos im Betrieb.

BGP trägt die Beschreibung; SRPM validiert. Nutzbarkeit, aktive Auswahl, Programmierung und tatsächliche Pakete folgen erst danach. Ein Prüfpfad hält Dokument- und IANA-Stand, Peer-Fähigkeit, empfangenes UPDATE, Path–ID–Inhalt, SRPM-Ergebnis, Auswahl, Forwarding, revisionsgleiche Zähler und Verkehr auseinander.

Die ID kann sensible Betriebsbeziehungen verraten und gehört in eine vertrauenswürdige SR-Domäne. Vergabe, Wiederverwendung, Versionierung und Aufbewahrung liegen außerhalb des Standards. Die H3C- und ZTE-Angaben beruhen auf Revision 3, stammen von Februar 2025 und sind weder IETF-Bestätigung noch unabhängige Prüfung.

Quellen