Summary

  • Die Revision 07 vom 1. November beantragt elf Einträge für Messaging Layer Security. Die ersten acht koppeln quantenresistente oder hybride Schlüsseleinkapselung mit klassischen Signaturen; die letzten drei nutzen zusätzlich ML-DSA.
  • Für ML-DSA verlangt die neue Fassung einen öffentlichen Schlüssel aus pkEncode, die direkten Signaturbytes und einen leeren ctx-Parameter. Die MLS-Kennung steht bereits im signierten SignContent.

Wer „Post-Quantum-MLS“ verkauft, muss die ausgehandelte Suite nennen. Schon die Julifassung trennte die acht ersten von den drei letzten. Die Novemberfassung zieht daraus eine deutliche Sicherheitslinie. Die Kennungen 0x0010 bis 0x0017 verwenden ML-KEM oder ein hybrides Verfahren für den Schlüsselaustausch, während Ed25519 oder ECDSA die Gruppenoperationen unterschreibt. Das schützt vor dem passiven Angreifer, der verschlüsselte Nachrichten heute sammelt und später entschlüsseln will.

Die Berechtigung für den nächsten Zustand der Gruppe hängt an einer anderen Tür. Kann ein Angreifer die klassische Signatur oder die Bindung des Schlüssels an eine Identität fälschen, kann er ein KeyPackage oder eine Gruppenoperation einschleusen. Spätere MLS-Epochen können dadurch ihre Vertraulichkeit verlieren. Gespeicherte Nachrichten gegen künftige Entschlüsselung zu schützen und künftige Mitgliedschaft zu autorisieren sind zwei verschiedene Aufgaben.

Die Suiten 0x0020 bis 0x0022 setzen auch bei der Signatur auf ML-DSA. Die erste kombiniert ML-DSA-44 mit hybridem ML-KEM/X25519 und ChaCha20-Poly1305; die anderen zwei verwenden ML-DSA-65 beziehungsweise ML-DSA-87 mit reinem ML-KEM. Revision 07 fixiert zudem die Bytes auf der Leitung. Das Feld SignaturePublicKey aus der MLS-Spezifikation RFC 9420 enthält bei ML-DSA die Ausgabe von pkEncode statt einer SubjectPublicKeyInfo-Hülle. SignWithLabel signiert das serialisierte SignContent; ctx bleibt leer, weil dessen MLS-Kennung den Zweck bereits trennt. Zwei Programme mit unterschiedlicher Hülle oder unterschiedlichem Kontext scheitern an der Prüfung, selbst wenn beide dieselbe Suite anzeigen.

Der IETF-Tracker führt Revision 07 als aktiven Entwurf im Status Publication Requested mit dem Ziel Proposed Standard. Ein verabschiedeter RFC und gemessene Einsätze in Anwendungen stehen dort noch aus. Eine benannte Implementierung und ein Interoperabilitätstest würden zeigen, ob diese Byte-Regeln in Software ankommen.