Zusammenfassung

  • Der ausgehende Wert eines Delegationsschritts muss dem eingehenden Wert des nächsten entsprechen; die Verbindung muss authentisiert sein.
  • Im Beispiel des Entwurfs besteht Schritt eins mit 1 zu 1 und Schritt zwei mit 3 zu 2. Dazwischen fehlt die Kette.

Zwei grüne Prüfsymbole sind noch kein Übergabeprotokoll. Ein Agent erhält den Wert 1 und gibt 1 weiter. Der nächste erhält 3 und gibt 2 weiter. Beide können lokal bestätigen, dass sie ihre eingehende Befugnis nicht erweitert haben. Trotzdem hat der erste dem zweiten keine 3 übergeben. Wer die beiden Prüfungen hintereinander anordnet, hat eine Reihenfolge geschaffen, keine Vollmacht.

Dieses Gegenbeispiel steht in Version 03 von Sumit P. Ahujas A Policy Grammar for Inter-Domain Agent Routing vom 20. Oktober. Der Text ist ein individuell eingereichter Internet-Draft und kein vom IETF gebilligter Standard. Er stellt eine operative Frage: Welche Aussage trägt ein Prüfergebnis tatsächlich über die Grenze zweier Organisationen?

Der Entwurf beschreibt vier Attribute. Eine Organisation kann sich abgestuft weniger Arbeit wünschen, ohne unerreichbar zu sein. Sie kann eigene Endpunkte unverbindlich priorisieren. Sie kann mit einem Vertragspartner undurchsichtige Kennungen austauschen, deren Bedeutung nur beide kennen. Diese drei Angaben bleiben bilateral. Erst das vierte Attribut, die Gültigkeit der Delegationskette, soll eine Aussage über mehrere Schritte tragen.

Dafür reicht ein NO_BROADER-Ergebnis an jedem Schritt nicht aus. Der abgegebene und der anschließend empfangene Wert müssen identisch sein, und diese Identität muss in der authentisierten Beziehung der Nachbarn liegen. Die Vergleiche brauchen dieselbe unveränderliche Profildefinition und dieselbe Regel. Deren Transitivität muss sich aus der Definition ergeben oder mechanisch festgestellt sein. Ein Profilautor kann sie nicht mit einer bloßen Behauptung herbeischreiben. Ein lokales Ergebnis bleibt andernfalls LOCAL_ONLY.

Warum die Profilkennung unveränderlich sein muss, erläutert der Entwurf unter Verweis auf einen Entwurf zu begrenzten Fähigkeiten und Belegen: Eine veränderbare Versionsbezeichnung könnte die Bedeutung alter Vergleiche nachträglich verschieben. Den authentisierten Nachweis des Übergangs erzeugt Ahujas Vorschlag selbst nicht; dafür benötigt er eine andere Schicht. Auch eine nicht ausführbare Prüfung (UNDECIDED) ist vom tatsächlich zu weiten Wert (BROADER) zu unterscheiden. Beide führen zur Ablehnung.

Der Entwurf enthält weder Nutzungszahlen noch gemessene Vorfälle. Aussagekräftig wäre eine Implementierung, die über unabhängige Organisationen hinweg den gemeinsamen Wert, seine Authentisierung und die feste Vergleichsregel offenlegt. Bis dahin sollten Käufer weniger nach der Anzahl grüner Symbole fragen als nach dem belegten Anschluss in der Mitte.

Ahujas Entwurf · Entwurf zu Fähigkeitsbelegen · Anforderungen an Agentenkommunikation