Summary
- Tore Anderson und Jeroen Lauwers verfassten RIPE-Vorschlag 2023-04. Mit der Annahme am 15. April 2024 kam
AGGREGATED-BY-LIRfür IPv4-PA-Zuweisungen hinzu. - Ein LIR darf zusammenhängende Zuweisungen mit gleichem Zweck und Kontakt in einem Objekt bündeln. Bei einer Prüfung muss es die Anzahl der einzelnen Zuweisungen nachweisen können.
Ein Blatt pro Adresse, oder gar keines
Der RIPE-Vorschlag 2023-04 hält für August 2023 zwei bemerkenswerte Zahlen fest. In der Datenbank standen 546.402 IPv4-PA-Zuweisungen der Größe /32, also Einträge für jeweils eine Adresse. Gleichzeitig hatten 19.221 PA-Zuteilungen von 10.052 LIRs überhaupt keine untergeordneten Zuweisungseinträge. An einem Schreibtisch stapelten sich winzige Zettel. Am nächsten lag nur der Umschlag. Ein Register sollte den Inhalt besser erklären können.
Tore Anderson und Jeroen Lauwers setzten beim INETNUM-Objekt an. Damit dokumentiert ein lokales Internetregister, ein LIR, die Weitergabe von Provider-Aggregatable-IPv4-Adressen an eigene Netze oder Kunden. Bei vielen kleinen, häufig wechselnden Zuweisungen mit demselben Zweck wird das gleiche Kontaktfeld ständig neu gepflegt. Einige LIRs ließen Kind-Einträge weg, andere erzeugten massenhaft /32-Objekte. Die Autoren machten aus dieser Arbeitsteilung eine Frage des Datenmodells.
Ihr Status AGGREGATED-BY-LIR erlaubt laut angenommener Fassung RIPE-822, zusammenhängende IPv4-PA-Zuweisungen in einem Objekt zu erfassen, wenn Zweck und Kontaktangaben übereinstimmen. Die öffentliche Datenbank nennt den äußeren Bereich und eine erreichbare verantwortliche Stelle. Das LIR behält die einzelnen Vorgänge im Blick und muss bei einer RIPE-NCC-Prüfung Zahlen dazu vorlegen. Die Hülle wird schlanker, die innere Rechnung bleibt prüfbar.
IPv6 kannte denselben Status bereits, doch die Autoren übernahmen seine Details mit Bedacht. Dort ist assignment-size für die Berechnung späteren Bedarfs verpflichtend. IPv4-Zuweisungen innerhalb eines Bündels dürfen verschieden groß sein; das Attribut blieb freiwillig. Zweck und Kontakt sind dagegen eine harte gemeinsame Klammer. Das neue Etikett soll wiederholte Einträge ersparen und einen sinnvollen Zusammenhang beschreiben.
Ein Streitpunkt betraf die Erreichbarkeit der Endkunden: Wer ist im öffentlichen Objekt sichtbar, wenn als Kontakt das LIR steht? Der Antrag dokumentiert diese Frage und die Einschätzung des RIPE NCC, dass bestimmte LIR-Kontakte schon unter der alten Regel zulässig waren. Eine grundsätzliche Neufassung der Kontaktpflichten blieb einem eigenen Verfahren vorbehalten. Hier entschied die Gemeinschaft über die Form wiederholter Einträge und die Auskunftspflicht des Halters.
Am 15. April 2024 wurde der Vorschlag angenommen. Die Zahlen aus 2023 beschreiben den Ausgangspunkt, keine spätere Erfolgsquote. Andersons Idee war eine dritte Aktenform: ein nachvollziehbarer öffentlicher Umschlag, dessen Inhalt der Betreiber bei Bedarf zählen kann.
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