Zusammenfassung
- Die am 25. September 2026 veröffentlichte Änderung hebt die bisherige Reservierung stark nachgefragter Frequenzen für ein Wireless Open Access Network (WOAN) auf. 700, 800, 2600 und 3500 MHz können nun von ICASA lizenziert werden.
- Lizenzierbarkeit ist keine Zuteilung. ICASA entscheidet noch, ob Lizenzen vergeben werden, wer sie erhält und welche Auflagen gelten. Die Änderung belegt weder Netzausbau noch Vorleistungsangebote oder Versorgung.
Aus der Reservierung wurde kein Netz
Die Politik von 2019 sah ein WOAN vor: ein Vorleistungsnetz, das Kapazität an Einzelhandelsanbieter verkaufen sollte. Reservierte Frequenzen sollten den Markteintritt erleichtern. General Notice 4163 von 2026 hebt diese Reservierung mit sofortiger Wirkung auf. Laut der Erläuterung des Ministers war nach mehr als sieben Jahren kein WOAN lizenziert, kein Netz gebaut und ein großer Teil des reservierten Spektrums weiterhin nicht zugeteilt. Das ist die von der Regierung angeführte Begründung und kein unabhängiger Audit aller möglichen Nutzungen. (Bekanntmachung von 2026; Politik von 2019)
Die Änderung nennt 700, 800, 2600 und 3500 MHz. Die ausdrückliche WOAN-Priorität der Politik von 2019 bezog sich auf die ersten drei Bänder. 3500 MHz gehörte zwar zur breiteren Reservierung nicht zugeteilter, stark nachgefragter Frequenzen, aber nicht zu derselben Prioritätsklausel. Die Ministererläuterung verbindet niedrigere Frequenzen mit größerer Reichweite im ländlichen Raum, 2600 MHz mit Kapazität in dicht besiedelten Gebieten und 3500 MHz mit 5G und festem drahtlosem Zugang. Das sind politische Zielsetzungen, keine garantierten Ergebnisse.
Die Vergabehoheit bleibt bei der Regulierungsbehörde
Die Änderung stellt klar, dass sie weder über die Vergabe einer Lizenz noch über Empfänger oder Bedingungen entscheidet. Diese Fragen liegen bei der Independent Communications Authority of South Africa (ICASA). Ein Frequenzband wird damit für ein Verfahren verfügbar, aber ein Betreiber erhält noch keine Sendeberechtigung.
Als Nächstes braucht es einen endgültigen Zuteilungsplan und eine Ausschreibung. Erst die Lizenzbedingungen zeigen, ob Ausbau, Versorgung und Vorleistungszugang messbare und durchsetzbare Pflichten sind. Die strenge Aufsicht von ICASA über die Vermietung von Netzen und Einrichtungen sowie über an andere Lizenznehmer gelieferte Vorleistungskapazität bleibt bestehen. Auch die übrigen Lizenzziele werden fortgeführt. Unberührt bleibt die gesonderte Reservierung für eine staatliche Digitalinfrastrukturgesellschaft aus der Spektrumpolitik von 2024.
Aufgehoben wurde diese konkrete Reservierung; ein Vorleistungsmodell insgesamt wird damit nicht für unmöglich erklärt.
Die Auktion von 2022 ist keine Prognose
Die Ministererläuterung verweist auf die Auktion nicht reservierter Frequenzen von 2022: sechs qualifizierte Bieter, 58 Runden, mehr als 14,4 Milliarden Rand Erlös und bis auf ein Los alle verkauft, so ICASA. Das beschreibt die Nachfrage nach den damals angebotenen Losen unter den damaligen Regeln. Es zeigt nicht, wie die reservierten Lose abgeschnitten hätten, und belegt weder niedrigere Preise noch bessere ländliche Versorgung. (ICASA-Mitteilung zur Auktion)
Im Juli 2026 waren ICASAs IMT-Fahrplan und Umsetzungspläne noch Entwürfe in der Konsultation. Die Behörde erklärte, endgültige Frequenzzuteilungspläne sollten künftigen Ausschreibungen zugrunde liegen. Zu prüfen sind daher die endgültigen Dokumente, Lizenzauflagen und Empfänger sowie später aktive Standorte und tatsächlich nutzbare Vorleistungsangebote. Bis diese Belege vorliegen, hat sich die Verfügbarkeit von Spektrum geändert, nicht die nachgewiesene Konnektivität. (Entwurf des ICASA-Fahrplans)
Quellen
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