Zusammenfassung
- Genehmigte Wetterreparaturkosten oberhalb von 3,5 Millionen Pfund zu Preisen von 2021/22 werden vollständig an Verbraucher weitergegeben.
- Die Lizenzänderung schafft außerdem einen Weg für spätere Resilienzbudgets. Das Beispiel eines Baumschnitts an der 11-kV-Hauptleitung wird mit etwa 20 Millionen Pfund und 1,50 Pfund Aufschlag auf die durchschnittliche Haushaltsrechnung bis 2031 angesetzt; die Finanzierung braucht eine eigene spätere Entscheidung.
Der Sturm zieht ab. Die Rechnung kennt die Adresse.
Am 24. Januar 2025 unterbrach Éowyn die Stromversorgung von mehr als 320.000 Haushalten und Betrieben in Nordirland. Die Entscheidung der Utility Regulator nennt über 5.000 Störungen und Windböen von mehr als 90 mph. Reparatur und Wiederherstellung kosteten 22 Millionen Pfund. Nach den damals geltenden Preisregeln trugen Verbraucher und NIE Networks jeweils die Hälfte. Die letzten Anschlüsse waren am 3. Februar wieder versorgt. (Entscheidung der Utility Regulator, §§2.5–2.7)
Die neue Rechnung hat eine jährliche Markierung bei 3,5 Millionen Pfund, gerechnet zu Preisen von 2021/22 und angepasst an die Inflation. Sobald genehmigte außergewöhnliche Wetterkosten diese Schwelle überschreiten, wird der darüberliegende Betrag vollständig auf Verbraucher umgelegt. Betriebskosten werden zuerst diesem Durchlaufposten zugewiesen. Die zusätzlichen Einnahmen können im folgenden Tarifjahr anfallen, das von Oktober bis September läuft. Der Sturm hat keinen Termin gebucht. Der Tarifplan schon.
Die Genehmigung und Prüfung bleiben beim Regulierer. NIE Networks reicht den Kostennachweis ein; die Behörde kann ermitteln, auditieren und den Betrag freigeben. Berücksichtigt werden die durch das Wetter verursachten Grenzkosten, nicht feste Gemeinkosten. Unterhalb der Schwelle gilt weiter die 50/50-Kostenteilung zwischen Unternehmen und Verbrauchern. (Entscheidung der Utility Regulator, §§3.19–3.23, 3.31–3.42)
Die Schwelle beruht auf zwölf Jahren gemeldeter Kosten; 2024/25 wurde ausgeklammert. Der Regulierer hielt 3,5 Millionen Pfund zu Basispreisen für ein angemessenes jährliches 95. Perzentil, ungefähr ein Ereignis von der Größenordnung in zwanzig Jahren. Auf Éowyn angewandt hätte die Regel die Belastung von NIE Networks nach der Teilung von 9,8 Millionen auf 1,75 Millionen Pfund gesenkt. Für die ganze RP7-Preissteuerungsperiode liegt die maximale Unternehmensbelastung bei 10,5 Millionen Pfund. (Entscheidung der Utility Regulator, §§3.27–3.30)
Bäume, Leitungen und 1,50 Pfund pro Haushalt
Éowyn traf Leitungen mit großer Reichweite. Auf der 11-kV-Freileitungs-Hauptleitung verzeichnet die Entscheidung 240.112 Kundenunterbrechungen und 335 Millionen Kundenminuten ohne Strom. Das waren 74 Prozent aller Unterbrechungen und 65 Prozent der verlorenen Minuten. Ein Fehler auf der Hauptleitung trennt auch ihre Abzweige und nachgelagerte Niederspannungskunden.
Vor dem Sturm war der Resilienzschnitt an 11 Prozent der 11-kV-Hauptleitung und 72 Prozent des 33-kV-Netzes abgeschlossen. Die vom Regulierer wiedergegebene Vergleichsrechnung schätzt, dass ein vollständiger 11-kV-Schnitt bei Éowyn die Gesamtstörungen um 9 Prozent, Kundenunterbrechungen um 35 Prozent und verlorene Kundenminuten um 50 Prozent gesenkt hätte. Die beschleunigte Arbeit kostet demnach rund 20 Millionen Pfund; bis Ende 2031 kämen 1,50 Pfund auf die durchschnittliche Haushaltsrechnung. Das sind Modellwerte für ein vorgeschlagenes Programm. Die tatsächliche Wirkung liefern die Störungsdaten der bearbeiteten Leitungen nach Abschluss der Arbeiten. (Entscheidung der Utility Regulator, §§2.11–2.17)
Die Lizenzänderung trat am 19. Oktober 2026 in Kraft. Sie erlaubt dem Regulierer, später zusätzliche Investitions- und Betriebsausgaben für erhebliche Projekte festzulegen, die voraussichtlich die Wetterfolgen für Verbraucher deutlich senken. Der Augustbeschluss nutzt den Baumschnitt als Beispiel; jede spätere Budgetsumme braucht eine veröffentlichte Festlegung. Zugleich wird flexibler, wann zusätzliche IT-Ausgaben bestimmt werden, und die Regel zu nicht-standortbezogenen Gebühren wird angepasst. (Entscheidungsmitteilung; Entscheidungsanzeigen und geänderte Lizenzanhänge)
Der Betreiber hat eine Obergrenze. Das Wetter bleibt auf der Rechnung.
Die Regel teilt drei Aufgaben zu. NIE Networks findet gefährdete Leitungen, schlägt Arbeiten vor und belegt die Grenzkosten. Die Utility Regulator genehmigt Resilienzbudgets und prüft außergewöhnliche Reparaturkosten. Verbraucher bezahlen genehmigte Beträge oberhalb der Schwelle über die Tarife. Unter der Obergrenze bleibt ein realer Kostenanteil beim Unternehmen. Der Regulierer wählte einen Jahreswert, damit der Anreiz zur Kostenkontrolle erhalten bleibt. Eine kumulative RP7-Obergrenze würde jeden späteren Sturm an die Verbraucher weiterreichen und den Druck senken, Reparaturen effizient zu steuern.
Der Baumschnitt macht aus einem technischen Risiko eine Haushaltsentscheidung: 1,50 Pfund pro Jahr bis 2031 gegen modellierte 35 Prozent weniger Unterbrechungen bei einem ähnlichen Sturm. Der Betrag wirkt klein; die Entscheidungen sind es nicht: welche Leitung kommt zuerst, welcher Etat wird genehmigt, und welcher Messwert zählt als Erfolg? Die Lizenz öffnet den Finanzierungsweg. Der erste Projektantrag muss Karte, Kosten und versprochene Verbesserung vorlegen.
Das Bautagebuch zählt geschnittene Bäume. Die Servicebilanz zählt Unterbrechungen und verlorene Kundenminuten. Zusammen mit genehmigten Kosten und tatsächlichem Tarif zeigen beide, was die 1,50 Pfund leisten.
Quellen
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