Zusammenfassung
draft-ietf-v6ops-framework-md-ipv6only-underlay-28beschreibt zustandslose IPv4/IPv6-Umsetzung an den Rändern eines Multi-AS-IPv6-only-Underlays, gesteuert durch verteilte Regeln.- Beim Rückzug einer spezifischen Regel kann der Default sofort handeln; das beweist weder MR-DB-Konvergenz noch korrekte Rekursion, Kapazität oder Endergebnis.
- Ein Betriebsbeleg muss Vereinbarung, Autorität, Regel, Import, IPv6-Route, Validierung, Umsetzung, Rückzug, IPv4-Ausgang, Rückweg und Anwendung verbinden.
Um 12:00 Uhr wird eine spezifische Regel zurückgezogen. Ein PE löscht sie, ein zweites hält die alte Version, ein drittes trifft nun 0.0.0.0/0. Kein Gerät speichert Flow-spezifischen Übersetzungszustand. Trotzdem entstehen drei operative Wahrheiten.
Revision 28, Datatracker, Historie und aktueller Datensatz zeigen einen informativen V6OPS-Internet-Draft vom 28. September 2026 in IESG Evaluation. Er ist kein RFC, kein fertiges Verteilprotokoll und kein Einsatznachweis.
Der Ingress-PE wählt im MR-DB per Longest Prefix Match. Die Regel bindet einen IPv4-Block an Pref6(PE) und einen Conversion Type. Nach RFC 6052 entstehen eingebettete Adressen, nach RFC 7915 werden Header und ICMP umgesetzt. Der Kern transportiert IPv6; der Egress stellt IPv4 wieder her.
Flow-Tabellen entfallen, gemeinsame Steuerungszustände nicht. Das Framework setzt bilaterale Verträge, koordinierte Präfixvergabe, gemeinsame ICMP-Regeln und vertrauenswürdige Ingress-PEs voraus. RFC 8799 beschreibt die begrenzte Domäne, erzeugt aber weder Vertrauen noch Filter.
Spezifische Regeln darf ein PE nur für Blöcke erzeugen, deren autoritativer oder aggregierender Ausgang er ist. Externe Transit-Routen dürfen nicht als eigene Autorität erscheinen. Die Verteilung muss Feldintegrität, administrative Begrenzung, Herkunftsauthentisierung und Ablehnung unbefugter Bindungen ermöglichen.
Authentisierung beweist den Absender einer Behauptung. Sie beweist nicht aktuelle Kontrolle, implementierten Conversion Type, Import bei allen Empfängern oder Erreichbarkeit. Der lokale Importentscheid bleibt ein eigener Beleg.
Pref6 muss rekursiv zum richtigen Ursprung auflösen. Fällt die Erreichbarkeit aus, ist die Regel zurückzuziehen oder zu deaktivieren. Gleiche MR-DBs können unterschiedliche FIBs haben. Datenbestand und ausgeführter Next Hop sind getrennte Tatsachen.
Der Default macht Abwesenheit aktiv. Er kann Verkehr erhalten, konzentriert aber Last und verbirgt Distributionsfehler. Über eine Verwaltungsgrenze darf er nur mit expliziter Vereinbarung laufen. Steigende Default-Zähler sind daher Anlass zur Ursachenprüfung.
Nach Wiederherstellung von IPv4 fehlt ein Hinweis auf die vorige Durchquerung. Zeigt die beste IPv4-Route zu einem anderen teilnehmenden PE, wird erneut gemappt. TTL begrenzt, verhindert aber nicht. Der Default-Egress braucht vollständige IPv4-Sicht und ein Verbot der Wiedereinleitung.
Auch Rückzug ist mehrstufig: keine neuen Umsetzungen, eventuell kurze Gnadenfrist für bereits weitergereichte Pakete, dann Default oder Verwerfen. Ursprung, Distribution, MR-DB, FIB und laufende Weiterleitung können zeitweise auseinanderliegen. Version, Wirksamkeitszeit und Grund müssen erhalten bleiben.
Quellvalidierung prüft autorisiertes Ingress-Präfix, passende eingebettete IPv4-Quelle und erwartetes Teilnehmernetz. RFC 2827 liefert das Anti-Spoofing-Prinzip. Ein positives Ergebnis ist weder Geschäftsberechtigung noch Zustellbeleg.
MTU und ICMP bilden eine weitere Naht. Übersetzung vergrößert Header; domänenspezifische Filter können Packet Too Big unterdrücken und ein PMTUD-Blackhole erzeugen. RFC 6791 behandelt die Quelladresse übersetzter Fehler, nicht deren grenzüberschreitende Lieferung.
Die Nachbardokumente markieren die Lücke: RFC 6992 behandelt OSPFv3 in einem AS, RFC 8950 IPv4-NLRI mit IPv6-Next-Hop, RFC 5565 Softwire Mesh mit Multi-AS-Grenzen. RFC 8585 und RFC 9313 behandeln Zugangs-IPv4aaS, nicht ein Betreiber-MR-DB.
Der Betriebsbeleg erfasst Vertrag und Grenze, IPv4-Autorität, Pref6, authentisierte Regel, Import, lokale Version, Rekursion, Quellprüfung, Zähler, Rückzug, Default, Nicht-Wiedereinleitung, Rückweg und Anwendung.
Reality Layers trennt Vertrag, Aussage, Installation und Ergebnis. Minimum Initial Specification hält den gemeinsamen Vertrag minimal und prüfbar. Running-Code Primacy gewichtet beobachtete Versionen, Routen, Zähler, Fehler und Ergebnisse.
Quellen
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