Zusammenfassung
- Ressourcenbewusste SIDs ergänzen eine bestehende SR-Anweisung um Bandbreiten-, Puffer- und Queue-Auswahl; sie bestätigen nicht deren Bereitstellung auf jedem Knoten.
- Revision 20 verbietet die Nutzung eines unvollständig provisionierten NRP, definiert Updates als All-Knoten-Commit und sperrt inkonsistente Bindungen standardmäßig.
- Ein kompromittierter Knoten kann Kapazität übertreiben oder gar nicht zuteilen. Absicht, Zulassung, Zuteilung, Bindung, Fallback und Ergebnis bleiben getrennte Tatsachen.
Ein Wegweiser ist kein Vorrat
RFC 8402, SR-MPLS und SRv6 etablieren SIDs als Weiterleitungsanweisungen. Revision 20 bindet daran Ressourcensätze: lokal auf Link oder Knoten, global über eine Network Resource Partition.
Damit trägt ein Wert zwei Bedeutungen. Er wählt Topologie und Ressourcenklasse. Er beweist weder die Zulassung noch die aktive Hardwarekonfiguration. RFC 9543 und RFC 9732 beschreiben NRP-Rahmen und Architektur; die Kennung einer Partition ist nicht deren gefülltes Inventar.
Revision 20 verlangt Übereinstimmung aller teilnehmenden Knoten. Der Controller bestätigt die Fertigstellung und soll partielle Fehler zurückrollen. Fehlgeschlagene SID-Ressourcen-Zuordnung muss gemeldet werden. Vor vollständiger Provisionierung darf kein Dienst das NRP nutzen; ein Update endet erst nach allen Knotenänderungen.
Erkannte Inkonsistenz sperrt die betroffenen SIDs standardmäßig. Doch Erkennung setzt ehrliche Zustandsmeldung voraus. Der Entwurf nennt ausdrücklich den kompromittierten Knoten, der behauptete Ressourcen nicht zuteilt, Verfügbarkeit überzeichnet oder ein NRP selektiv verschlechtert. Ein abgesicherter Steuerkanal authentifiziert die Aussage, nicht die physische Queue.
Best Effort rettet Zustellung, nicht Zusage
Fehlen lokale Ressourcen, gilt standardmäßig Verwerfen; eine Option erlaubt Best Effort. Auch Überschussverkehr kann verworfen oder herabgestuft werden. Fallback soll protokolliert und gemeldet werden. Das kann Wartung überbrücken, ändert aber den Dienst. Zustellung ist kein Beleg für reservierte Behandlung.
Ein Angriff auf Flexible Algorithm beschädigt Pfadwahl und Isolation. Zulassungsschwellen müssen zugleich verhindern, dass Partitionen die SR-Basisweiterleitung aushungern. Diese Risiken lassen sich nicht in einem einzigen grünen Status zusammenfassen.
Implementierungsbericht ohne Zertifizierungsfiktion
Der Entwurf enthält Huaweis Bericht über produktive Implementierungen. Nach RFC 7942 stellt der Text klar: Die IETF hat die Angaben nicht verifiziert, die Nennung ist keine Empfehlung und kein Produktkatalog. Das ist ein Running-Code-Hinweis, aber kein Interoperabilitäts- oder SLA-Nachweis.
Datatracker, Historie und API zeigen weiterhin IESG Evaluation, AD Followup und einen offenen DISCUSS. Secdir und Opsdir erklären die Verschärfung. Revision 19, HTML 20 und XML 20 belegen Dokumentänderung, keine allgemeine Einführung.
Als offengelegte redaktionelle Perspektive verlangen Running-Code-Primat, minimale gemeinsame Spezifikation und Realitätsebenen dieselbe Trennung: Die SID benennt; Zustandsbelege und Messung bestätigen.
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