Zusammenfassung
- RFC 9884 definiert sechs Target-FEC-Sub-TLVs, mit denen ein Egress die Zuordnung eines PSID zu SR Policy, Candidate Path oder Segment List prüft.
- Erfolg belegt die Endpunktzuordnung. Transitknoten verarbeiten das PSID nicht, Traceroute ist ausgeschlossen und ECMP kann den tatsächlich genommenen Weg verbergen.
- Repräsentiert ein PSID nur einen Teil der Listen, sind getrennte Nachrichten nötig; ein positives Ergebnis deckt keine ungeprüften Elemente ab.
Im Network Operations Center wird Return Code 3 schnell zu „Pfad validiert“. Die Formulierung spart Platz und vernichtet Kontext. Tatsächlich hat ein Router bestätigt, dass er für den vorgelegten FEC auf der angegebenen Stacktiefe ein Egress ist. Die Knoten dazwischen haben keine Aussage abgegeben.
Bei SR-MPLS können Transitlabels auf dem Weg ausgetauscht oder entfernt werden. RFC 9545 führt deshalb das PSID ein. Der Ingress setzt es unmittelbar hinter das letzte Label des SR-Pfads; der Egress vergibt es aus seinem lokalen SRLB und entfernt es. Das schafft eine Zuordnung am Ziel, aber keine global eindeutige Pfadidentität.
Auch die Reichweite variiert. Ein PSID kann eine einzelne Segment List, mehrere Listen eines Candidate Path, Listen über mehrere Kandidaten hinweg oder eine ganze Policy repräsentieren. Ein Logeintrag mit bloßem Labelwert ist deshalb ohne den geprüften Kontext unvollständig.
RFC 9884 unterscheidet drei Ebenen. Policy nennt Headend, Color und Endpoint. Candidate Path ergänzt Protocol-Origin, Originator und Discriminator. Segment List ergänzt Segment-List-ID. Für IPv4 und IPv6 entstehen sechs Formen. Ihre Felder benennen die Kontrollplane-Behauptung, die der Egress bestätigen soll.
Besonders wichtig ist die Teilmengenregel. Steht ein PSID nur für einige Listen, muss der Sender mehrere LSP-Ping-Nachrichten absetzen, jeweils mit einem Segment-List-Associated-PSID-Sub-TLV. Mehrere PSID-Typen in einer Nachricht erzeugen keinen Sammelnachweis; nur der erste wird verarbeitet.
Ein bestandener Test führt zu Code 3. Scheitert die Zuordnung, gilt Code 10; bei fehlerhafter Struktur Code 1. Ein nicht unterstützter Protocol-Origin lässt die Validierung ebenfalls scheitern. Keiner dieser Werte belegt Anwendungszustellung, Latenz, Verlust, Schutzwirkung oder die Gesundheit aller ECMP-Mitglieder.
RFC 9884 schließt LSP Traceroute aus, weil Transitknoten am PSID-Verfahren nicht beteiligt sind. RFC 9545 verschärft die Grenze: Unter ECMP identifiziert ein PSID eine SID-Liste, nicht den tatsächlich weitergeleiteten Weg. Das zusätzliche Label kann sogar die ECMP-Auswahl ändern. Messpaket und Produktionsfluss können daher auseinanderlaufen.
Quellen
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc9884.html
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc9545.html
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc9256.html
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8287.html
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8029.html
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc8403.html
- https://www.iana.org/assignments/mpls-lsp-ping-parameters/mpls-lsp-ping-parameters.xhtml
- https://heng.lu/running-code-primary-the-patch-needed-to-preserve-the-internet-original-design/
- https://heng.lu/minimum-initial-specification-localized-future-decision-voluntary-adoption-internet-coordination-system/
- https://heng.lu/on-reality-layers-symbolic-power-and-why-clarity-feels-so-hostile/
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