Zusammenfassung

  • RFC 9792 definiert ein längenvariables Prefix-Extended-Flags-Sub-TLV für OSPFv2 und OSPFv3, aber selbst kein einziges Flag.
  • In den heutigen IANA-Registern stehen U und UP aus RFC 9929; die spätere Zuteilung ist noch kein Nachweis für Implementierung, Aussendung, Annahme oder Weiterleitung.

Als RFC 9792 im Juni 2025 erschien, hielt der Text ausdrücklich fest, dass er keine Bits definiere. Standardisiert waren ein Platz für spätere Eigenschaften sowie Regeln für Abwesenheit, Kürzung, unbekannte Werte, Duplikate und fehlerhafte Länge. Eine neue Aussage über ein Präfix gab es nicht.

Bei OSPFv2 trägt das Sub-TLV Typ 11 und liegt im Extended Prefix TLV aus RFC 7684. Bei OSPFv3 ist es Typ 37 und darf in den Präfix-TLVs aus RFC 8362 sowie im SRv6 Locator TLV aus RFC 9513 vorkommen.

Der Wert wächst in 32-Bit-Blöcken. Seine Länge muss durch vier teilbar sein; andernfalls ist die enthaltende LSA fehlerhaft und zu ignorieren. Sender enden mit dem letzten Block, der ein gesetztes Bit benötigt. Definierte Flags jenseits der empfangenen Länge gelten als null. Nicht zugeteilte Bits werden als null gesendet und ignoriert.

Abwesenheit trägt deshalb nur eine negative Aussage. Alte Empfänger überspringen das unbekannte Sub-TLV nach RFC 3630 beziehungsweise RFC 8362. Mehrere Instanzen im selben Eltern-TLV werden nicht vereinigt: Nur die erste gilt, spätere werden ignoriert und der Fehler sollte gedrosselt protokolliert werden.

Bedeutung kam in einem späteren Dokument

Die aktuellen IANA-Register für OSPFv2 und OSPFv3 führen Bit 0 als U und Bit 1 als UP, definiert in RFC 9929; 2–31 bleiben unassigned. RFC 9792 schuf also den Namensraum, RFC 9929 die ersten Eigenschaften.

Auch ein gesetztes Bit reicht nicht. U bezeichnet ein unerreichbares Präfix, UP eine geplante Unerreichbarkeit. UP ohne U wird ignoriert. In OSPFv2 gelten beide nur mit LSInfinity. In OSPFv3 kommen LSInfinity und NU im übergeordneten Prefix-Options-Feld hinzu. Die festen Optionen aus RFC 5340 bleiben Bestandteil der Semantik.

Eine belastbare Aussage trennt Spezifikation, IANA-Zuteilung, Softwareunterstützung, Konfiguration, gesendete Bytes, Empfängerentscheidung, Routenberechnung, FIB und Verkehr. „IETF Review“ nach RFC 8126 legitimiert die Zuteilung eines Codes; es misst keine Bereitstellung.

Die Leistung von RFC 9792 liegt damit auch in der Begrenzung: Ein Container erlaubt künftige Bedeutung, er erzeugt sie aber nicht. Selbst eine später registrierte Bedeutung wird erst durch vollständige Betriebsbelege zur Netzwirklichkeit.

Quellen