Zusammenfassung

  • RFC 3444 hält die Unterscheidung fest, die ein IRTF-Workshop zwischen protokollneutralen Informationsmodellen und implementationsgebundenen Datenmodellen herausarbeitete.
  • Aus einem Informationsmodell können mehrere konkrete Datenmodelle entstehen; RFC 3444 legt weder automatische Übersetzung noch nachgewiesene Interoperabilität oder einen Migrationsweg fest.

Ein Teil der langen Debatte war ein Streit über Begriffe. Im Netzwerkmanagement verwendeten Beteiligte „Informationsmodell“ und „Datenmodell“ für unterschiedliche Abstraktionsebenen. So konnte eine Diskussion über SMI, SPPI oder MOF beginnen, ohne dass alle dieselbe Frage beantworteten. RFC 3444 dokumentiert den Versuch des Workshops, diese Ebenen auseinanderzuhalten.

Ein Informationsmodell beschreibt verwaltete Objekte und ihre Beziehungen, ohne sich auf ein Protokoll oder eine Implementierung festzulegen. Das Datenmodell liegt näher an der Umsetzung und enthält protokoll- oder implementationsspezifische Konstrukte. Deshalb kann ein konzeptionelles Modell mehrere konkrete Datenmodelle hervorbringen.

Das Verzweigungsdiagramm ist jedoch keine Brückenspezifikation. RFC 3444 liefert keinen Algorithmus, der beliebige Datenmodelle ineinander überführt. Es garantiert weder gleiche Feldinterpretationen in zwei Implementierungen noch eine verlustfreie Migration einer laufenden Konfiguration. Gemeinsame Konzepte erleichtern den Vergleich; sie erledigen die Übersetzung nicht.

Eine konzeptionelle Beziehung kann etwa in einer SNMP-MIB als OID-Zeiger oder Indexregel erscheinen. Die abstrakte Bedeutung mag erhalten bleiben, während Bezeichner, Beschränkungen, Zugriffsregeln und Protokollverhalten abweichen. Einen gemeinsamen Modellnamen als Beleg für Austauschbarkeit zu lesen, blendet die Arbeit aus, die das konkrete Modell leisten muss.

RFC 3444 ist ein informatives Memo, kein neuer Managementstandard. Es dokumentiert eine begriffliche Klärung aus einem organisationsübergreifenden Forschungsworkshop. Die Beteiligten grenzten die Diskussionen besser ab, erklärten aber weder eine einzelne Sprache zum Sieger noch eine universelle Zuordnung für abgeschlossen.

Quellen