Zusammenfassung

  • RFC 9926 verwendet P-Field 3, um über EARO/EDAR ein Unicast-Präfix zu registrieren. Mit R kann ein 6LR eine Route installieren und in RPL einspeisen; das ist ein lokaler Kontrollplane-Befund.
  • Ein ROVR belegt eine Registrierungsberechtigung nur, wenn die Präfix-/Schlüsselbindung zuvor am 6LBR provisioniert wurde. Empfängerauswahl, Weiterleitung und Dienstergebnis sind andere Belege.

Auf der Leitwarte standen Präfix, Route und Laufzeit auf Grün. Aus ihnen wurde „Standort erreichbar“. Der Eintrag mochte stimmen, doch die Formel übersprang die Stellen, an denen andere Systeme entscheiden und beobachten.

RFC 9926 erweitert 6LoWPAN Neighbor Discovery: Ein Knoten, der ein Präfix besitzt oder unmittelbar daran angeschlossen ist, kann es bei Nachbarroutern registrieren. Er kann eine Weiterverteilung in eine andere Routingdomäne verlangen; ein 6LR kann das Präfix in RPL einspeisen. Der Standard koordiniert damit eine begrenzte Routingbeziehung.

Er ist absichtlich nicht für die Zuteilung des Präfixes zuständig und gegenüber dem verwendeten Routingprotokoll agnostisch. Gerade diese Begrenzung verhindert, dass ein EARO-Eintrag als öffentlicher Zuteilungsnachweis oder als Aussage über das gesamte Internet gelesen wird.

Ein Präfix kann mehrere gültige Registrierungen haben

P-Field 3 kennzeichnet das Unicast-Präfix. Ein 6LR installiert bei einem passenden NS(EARO) eine Route über die Quelladresse; R fordert Umverteilung, F signalisiert die Fähigkeit dazu. Mehrere 6LN dürfen jedoch dasselbe Präfix registrieren. Der 6LR hält den Zustand für (Präfix, Länge, ROVR) und kann bei einem passenden Paket genau einen registrierten Knoten nach längstem Präfix-Match wählen. Im Hub-Beispiel steht ihm bei mehreren Routern sogar eigene Lastverteilungslogik zu.

Die Route sagt deshalb nicht, welcher Ursprung noch lebt, welcher Knoten gewählt wurde, ob der nächste Hop weiterleitete oder ein Rückweg und ein Dienst existierten. Lebensdauer, TID und ROVR ordnen lokalen Zustand; sie sind keine Ende-zu-Ende-Quittung. Nach einem Neustart kann Zustand fehlen und eine Auffrischung erforderlich sein; Altgeräte können die Fähigkeit nicht anbieten.

Die Rechteprüfung hat eine eigene Vorgeschichte

AP-ND kann die Registrierungsberechtigung eines Präfixes erzwingen. Dazu müssen aber vor der ersten Registrierung ein Schlüsselpaar und ein ROVR dem Präfix zugeordnet und im 6LBR hinterlegt sein; IPAM oder DHCPv6 snooping können diese lokale Herkunft liefern. Ein erfolgreicher Check belegt somit die Annahme durch eine vorbereitete lokale Regel, nicht RIR-Zuteilung, Rechtstitel, globale Origin-Autorisierung, gemessenen Pfad oder Dienstfreigabe.

Die Regel aus den Heng-Lu-Notizen ist praktisch: Eine gemeinsame Schicht sagt nur, was sie selbst deterministisch prüfen kann. Das macht die lokale Zusage verlässlich, ohne ihr eine fremde Autorität zuzuschreiben.

Quellen