Zusammenfassung
- Ein zeitgenössischer Bericht der ITU beziffert Omans anfängliche internationale Internetanbindung im Januar 1997 auf 1 Mbit/s; bis Mai 2001 war sie auf fast 30 Mbit/s gestiegen.
- Derselbe Bericht beschreibt einen anderen Engpass in den Haushalten: Mehr als die Hälfte hatte einen Telefonanschluss, aber weniger als 10 Prozent besaßen einen Computer. OmanTel bereitete ein Programm vor, das den Kauf von Heim-PCs erleichtern sollte.
Ein Land kann die Kapazität seiner Netze an der Grenze ausbauen, ohne den meisten Haushalten ein Internetgerät bereitzustellen. Omans frühe Aufzeichnungen zum öffentlichen Internet machen diesen Unterschied ungewöhnlich deutlich. Im Juni 2001 stellte die Internationale Fernmeldeunion (ITU) das Wachstum der internationalen Verbindung neben die geringe Verbreitung von Heimcomputern.
Die Angaben zur Verbindung beschreiben das Landesnetz. Nach Darstellung der ITU erhielt Oman im Januar 1997 erstmals eine Internetanbindung mit zunächst 1 Megabit pro Sekunde. Im Mai 2001 lag die internationale Konnektivität bei fast 30 Mbit/s. Das ist ein Maß für Omans Verbindung zu Netzen außerhalb des Landes. Es sagt weder aus, welche Geschwindigkeit Haushalte buchen konnten, wie viel Datenverkehr tatsächlich lief, noch wie die Dienstqualität für einzelne Nutzer war.
Omans Entwicklungsplan liefert einen getrennten Rückblick. Er hält fest, dass 1997 Internetdienste bereitgestellt wurden, und verzeichnet für 2000 insgesamt 23.900 Internetleitungen. Der ITU-Bericht von 2001 nennt dagegen 33.000 Abonnenten und knapp 100.000 Nutzer, etwas mehr als 4 Prozent der Bevölkerung. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Jahre und Einheiten. Sie dürfen nicht zu einer einzigen Wachstumsreihe zusammengezogen werden: Nutzer sind nicht dasselbe wie Abonnenten, und die Zahl der Leitungen entspricht nicht der Zahl angeschlossener Haushalte.
Die Haushaltsdaten erklären, warum Backbone-Kapazität kein Ersatzmaß für Zugang ist. Laut ITU hatten mehr als die Hälfte der omanischen Haushalte einen Telefonanschluss, aber weniger als jeder zehnte einen PC. Der Bericht führte den Mangel an Heimcomputern als ein Hindernis für die Internetnutzung an. OmanTel, der damals für den Dienst zuständige staatliche Telekommunikationsanbieter, startete ein Programm, das den Kauf von Computern für zu Hause erleichtern sollte. Der Bericht nennt weder die Zahl der dadurch verkauften Geräte noch einen daraus entstandenen Zuwachs an Nutzern.
Auch die Geschichte auf ein einziges Datum der „ersten Verbindung“ zu verkürzen, wäre irreführend. Schon 1994 erzeugte die Sultan-Qabus-Universität ihre E-Mails in Oman und tauschte sie täglich über eine Wählverbindung mit einem HoloNet-Gateway in Kalifornien aus. Die Nachrichten entstanden vor Ort, während die Weiterleitung und die Verwaltungsadresse in den USA lagen. Das war ein institutioneller Store-and-forward-Maildienst, kein Beleg für öffentlichen Internetzugang in omanischen Haushalten. Im Januar 1997 dokumentierte eine NSRC-Nachricht ein von außen ausgeführtes Traceroute und mehrere Pings zu einem GTO-Host.
Der Host antwortete von diesem Messpunkt aus. Daraus lassen sich weder landesweite Abdeckung noch die übliche Nutzererfahrung ableiten.
Zusammen zeigen die Quellen verschiedene Ebenen: lokal verfasste Universitäts-E-Mails, einen öffentlichen Dienst des Netzbetreibers, wachsende internationale Kapazität und die Geräteausstattung der Haushalte. Der belastbarste Beleg für die häusliche Lücke ist eine zeitgenössische ITU-Beobachtung, keine Kausalstudie. Sie trägt eine begrenzte Schlussfolgerung: Mehr internationale Kapazität brachte den für die Nutzung nötigen Computer nicht automatisch in die Wohnungen.
Quellen
- Internationale Fernmeldeunion, „Desert, goats and an IT Park in Oman“, Juni 2001
- Omanisches Ministerium für Nationale Wirtschaft, Sixth Five-Year Development Plan 2001–2005, Bd. 3, S. 152–154
- NSRC, „OM - Oman on the Net (19.1.97)“, 19. Januar 1997
- NSRC, „Holonet commercial gate to Oman 94.11.14“, 13. November 1994
- US-Außenministerium, Oman Economic Policy and Trade Practices Report, 1996
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