Zusammenfassung

  • Der Wert 15 ist kein frei definierbarer Inhalt des Senders. Er ist XL, darf nicht am Stack-Bottom stehen und verleiht nur dem unmittelbar folgenden Label eine Sonderbedeutung.
  • Der bSPL-Bereich umfasst nur 0 bis 15. XL schont daher knappe Basiswerte, kostet aber einen zusätzlichen Stack-Eintrag und erhöht die Kompatibilitätslast.
  • Seit der Aktualisierung durch RFC 9017 dürfen die Werte 0 bis 15 nicht unmittelbar nach XL stehen. Erkennt ein LSR diese Folge am Stack-Top, muss er das Paket verwerfen.
  • Ein LSR muss ein Paket verwerfen, wenn er ein unbekanntes XL am Stack-Top oder ein unbekanntes folgendes eSPL erkennt. Protokollierung ist möglich, muss aber rate-limitiert sein.
  • eSPLs dürfen nicht zur Lastverteilung verwendet werden: Legacy-Parser könnten den Stack anders lesen, Flüsse auf verschiedene Pfade legen und dadurch Reihenfolge verlieren.

Der Basissonderraum besteht aus 16 Werten. Sonderbehandlung kann Änderungen an Forwarding-Hardware verlangen, die teuer oder unmöglich sein können. Deshalb setzt RFC 7274 für die interoperable Vergabe im Basisspektrum Standards Action voraus; eine Early Allocation ist nur fallweise vorgesehen. Eine Reserve für experimentelle oder private Nutzung wurde gerade wegen der geringen Größe nicht eingerichtet. Standards Action bedeutet koordinierte globale Semantik durch IETF und IANA, nicht, dass ein Paketautor eine neue Bedeutung erzeugen darf.

Die zusammengesetzte Form belegt zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stack-Einträge. Sie kann alte Parser, Umordnung, Verwerfen, Fragmentierung und Implementierungsgrenzen sichtbar machen. RFC 7274 warnt, dass ein größerer Label-Stack Fragmentierung verursachen und Pakete für manche Implementierungen unverarbeitbar machen kann. Ohne XL würden neue Sonderzwecke weiter um sechzehn Basiswerte konkurrieren oder eine andere koordinierte Kodierung mit eigener Kompatibilitätsrechnung benötigen.

bSPL, XL und eSPL sind die aktuelle Terminologie. Ältere Bezeichnungen gehören in den historischen Kontext; insbesondere ist “reserved labels” nicht der aktuelle allgemeine Name für zugewiesene Basiswerte.

Grenzen der Aussage

Ein Registereintrag beweist weder, dass jedes Gerät auf dem Pfad den eSPL unterstützt, noch eine allgemeine Produktionsreife. IANA-Zuweisung ist keine Betriebserlaubnis, das Label in ein beliebiges Netz einzuspeisen. Ein Sender kann damit keine globale Bedeutung erfinden, kein LSP oder keine Route herstellen, keine Identität authentifizieren, keinen Zugang gewähren und Unterstützung oder Policy des Empfängers nicht übergehen. RFC 9017 richtet keine LSPs ein und verändert kein Control-Plane- oder Controller-Verhalten.

RFC 6790 betrifft Entropy für Lastverteilung; RFC 7274 regelt den knappen Sondernamensraum und verbietet eSPL-Lastverteilung. RFC 3443 behandelt TTL-Weitergabe und Tunnelsichtbarkeit. RFC 4950 legt offen, wie ein ankommender Stack in ICMP sichtbar werden kann. BFD- und BGP-Mechanismen betreffen Liveness, Routenankündigung oder Policy, nicht die hier beschriebene Codepoint-Semantik.

Quellen