Summary

  • Die MUP-Revision 03 vom 2. November erklärt die Umwandlung einer Sitzung in Routen und deren Auflösung am Netzrand zum normativen Mechanismus. SAFI, NLRI und das Format der BGP Extended Community beschreibt ein separater BESS-Entwurf.
  • Im Beispiel für Home-Routed Roaming gewinnt eine sitzungsspezifische ST2-Route per längstem Präfix gegen eine breitere VPN-Route. Die Interwork-Segment-Kennung trennt Heimnetze auch dann, wenn ihre Adressbereiche überlappen.

Der Julientwurf forderte Erweiterungen vorhandener Routingprotokolle. Die Novemberfassung weist die Zuständigkeiten zu: DMM definiert MUP-Segmente, Discovery-Routen, aus Sitzungen gebildete Routen und das Verhalten von Controller und Provider-Edge-Router. Das Dokument beantragt keine IANA-Zuteilung und definiert keine Codierung auf der Leitung. Der BESS-Text liefert diese BGP-Seite. Ein Router muss also dieselbe Bedeutung aus denselben übertragenen Feldern ableiten.

Der MUP-Controller bekommt vom Mobilfunksystem das Gerätepräfix und die Kennungen beider Tunnelenden. Eine ST1-Route beschreibt die Erreichbarkeit des Präfixes; ST2 erkennt einen Tunnelendpunkt und wird über eine Direct oder Interwork Segment Discovery Route aufgelöst. Der Edge-Router installiert daraus einen Weiterleitungseintrag. Der BESS-Entwurf legt die BGP-MUP-Routentypen, NLRI und Communities fest. Die DMM- und BESS-Register führen beide Texte weiterhin als aktive Arbeitsgruppenentwürfe.

Das Roaming-Beispiel zeigt die Macht der feineren Route. ST2 für Xa hat gegenüber der VPN-Route X/x die längere Übereinstimmung; nur diese Sitzung nimmt den MUP-Weg. Zwei Heimnetzbetreiber können im N9-Netz gleiche IP-Adressräume nutzen, solange ihre Interwork-Segmente getrennt bleiben. Der Entwurf verlangt autorisierte BGP-Nachbarn und Import- und Exportfilter für die vorgesehenen Routinginstanzen. Wird ein Community-Wert einem anderen Segment zugeteilt, während alte ST-Routen noch angekündigt sind, können Pakete beim falschen Betreiber landen.

RFC 7333 fordert verteilte Mobilität ohne unnötigen Umweg über einen entfernten Einzelanker. Für den vorgeschlagenen Weg fehlt noch eine benannte interoperable Implementierung mit BGP- und Paketspur. Sie würde zeigen, ob die beiden Entwürfe in Software wirklich zusammenfinden.