Summary

  • Matthew Wilder schilderte 2019 in einem ARIN-Beitrag, wie TELUS IPv6 zunächst im Labor und dann mit freiwilligen Beschäftigten an deren eigenen Diensten erprobte.
  • Dabei zeigte sich: DNS war für AAAA-Antworten eingerichtet, die Verbindung zu den DNS-Routen über IPv6 jedoch noch nicht aktiviert.

Die Auskunft lag bereit. Nur der Weg zum Auskunftsschalter endete zu früh. So lässt sich die kleine Panne beschreiben, die Matthew Wilder in seinem bei ARIN archivierten Erfahrungsbericht festhielt. TELUS hatte DNS für AAAA-Records eingerichtet. Teststandorte zeigten dann, dass die IPv6-Verbindung zu den DNS-Routen fehlte. Eine Konfigurationszeile versprach eine Antwort, die der Nutzer noch nicht erreichen konnte.

Wilder erzählte von einem mehrjährigen Ausbau. Seit 2015 gab es IPv6 für private Internetanschlüsse; Mobilfunk folgte schrittweise. Für Haushalte wählte das Team /56, für Unternehmensstandorte /48 und für Mobilfunkkunden /64. Eine Erweiterung der ARIN-Zuteilung von /32 auf /29 half bei der geografischen Aufteilung der Adressen und Routen. Das sind die Größen aus Wilders Bericht von 2019.

Hinter jedem Präfix standen weitere Aufgaben: Peering und Transit prüfen, Kern und Rand des Netzes ertüchtigen, gemeinsame Dienste wie DNS anbinden und einzelne Produkte entwerfen. Die Schulung reichte bis in Betrieb, Geschäftssysteme und Kundendienst. In einer großen Organisation kann jede Abteilung ihre Arbeit erledigen und doch den Übergang zur nächsten übersehen.

Nach dem Labor meldeten sich Beschäftigte freiwillig, um ihre eigenen Dienste im kleinen Produktionsversuch zu nutzen. Das Team prüfte unter anderem MTU und DNS. Hier fiel der fehlende Weg auf, bevor eine breite Freigabe dieselbe Annahme vervielfacht hätte. Wilder ließ den Verkehr durch die ganze Strecke laufen, solange eine Reparatur noch überschaubar war.