Zusammenfassung

  • Telecom Decision CRTC 2026-258 macht die Abdeckungsprognosen der Anbieter vergleichbarer; die detaillierten Meldungen mit 50 Metern Auflösung bleiben jedoch vertraulich, während die öffentliche Karte 250-Meter-Straßenabschnitte zeigt.
  • Eine künftige Kartenfunktion soll Einwände gegen gemeldete Versorgung ermöglichen. Die CRTC kann eine Berichtigung anfordern; wie ein ungelöster Streit entschieden wird, ist noch offen.

Eine Abdeckungsfläche ist zunächst eine Prognose

Die neue Vorgabe misst nicht den Empfang in jeder Wohnung. Sie vereinheitlicht, wie Mobilfunkanbieter ihre Außenversorgung modellieren und melden. Vor der Entscheidung 2026-258 lieferte jeder Anbieter eigene jährliche Schätzungen für die Annual Facilities Survey; eine gemeinsame Definition von „Abdeckung“ fehlte. Die CRTC teilt die erhobenen Daten mit Innovation, Science and Economic Development Canada (ISED), das unter anderem die National Broadband Map pflegt.

Eine Prognose hängt von Netzkonfiguration, Gelände, Gebäuden, Vegetation, Empfangsgeräten und den Annahmen des Modells ab. Die CRTC räumt ein, dass gemeldete Versorgung und tatsächliche Erfahrung auseinanderfallen können. Einheitliche Kriterien erleichtern den Vergleich zwischen Anbietern, ersetzen aber weder Messungen vor Ort noch eine Aussage über Innenräume, Netzüberlastung oder den Erfolg eines einzelnen Anrufs.

Der Standard beschreibt drei Stufen der Signalstärke im Freien. Für Level 1 gelten -110 dBm bei 4G und 5G, -90 dBm bei 2G und -100 dBm bei 3G. Level 2 setzt -105 dBm bei 4G und 5G sowie -95 dBm bei 3G an. Level 3 verwendet -100 dBm für 4G und 5G. Die Stufen verbinden das Signal mit abgestuften Möglichkeiten für Text, Sprache und Daten. Sie garantieren jedoch weder einen erfolgreichen Notruf noch stabilen Empfang in Gebäuden. Die CRTC wählte neutrale Bezeichnungen, weil die ursprünglich vorgeschlagene Stufe „Emergency“ als Dienstversprechen missverstanden werden könnte.

Auch die räumliche Genauigkeit unterscheidet sich nach Empfänger. Anbieter müssen ihre Daten mit 50 Metern oder feinerer Auflösung einreichen; diese Detaildaten bleiben vertraulich. Die öffentliche Darstellung erfolgt auf 250-Meter-Straßenabschnitten. Anwohner können so eine Karte an ihrer Lebenswirklichkeit messen, sehen aber nicht dieselbe Detailtiefe wie der Anbieter in seiner Meldung.

Für eine kommende Version der National Broadband Map ist eine Funktion geplant, mit der Menschen Abdeckung beanstanden können. Ein Starttermin steht nicht fest. Einwände sollen öffentlich markiert werden. Das Survey-Team der CRTC kontaktiert den Anbieter, prüft die Meldung und kann eine Korrektur verlangen; ISED kann die überarbeitete Information anschließend in die Karte übernehmen. Bleibt ein Fall strittig, will die Kommission über ein eigenes Lösungsverfahren nachdenken. Das ist ein Prüfpfad, noch kein bindendes Beschwerdeverfahren und kein automatischer Netzausbauauftrag.

Validierung braucht mehrere Blickwinkel

Die CRTC will Anbieterprognosen mit Crowdsourcing, Fahrtests und monatlichen Senderstandortdaten abgleichen, die Anbieter an ISED melden. Stichproben sollen ländliche, abgelegene und indigene Gemeinden einschließen. Keine Methode deckt alles ab: Fahrtests sind in dünn besiedelten Regionen aufwendig, Nutzerdaten sind dort oft selten, und ein flächendeckendes Modell bleibt von Eingaben und Kalibrierung abhängig. Die Kombination kann Abweichungen aufzeigen; im normalen Ablauf erhält der Anbieter dennoch zunächst die Gelegenheit, seine Angaben selbst zu korrigieren.

Die Umsetzung beginnt schrittweise. In der Annual Facilities Survey Anfang 2027 müssen Anbieter zunächst nur Level 1 melden. Level 2 und 3 folgen in späteren Erhebungen. Die jährliche Meldung umfasst alle eingesetzten terrestrischen Technologien, derzeit 2G bis 5G; nach größeren Netzänderungen oder zur Fehlerkorrektur sind Zwischenmeldungen möglich. ISED veröffentlicht die Karte zweimal jährlich.

Die Kommission betont, dass der Meldestandard den Dienst nicht direkt verbessert. Er soll Lücken sichtbarer machen und dadurch Planung, Förderprogramme und spätere Netzentscheidungen unterstützen. Verbände tauber und schwerhöriger Menschen wiesen darauf hin, dass ein Signalwert nicht zeigt, ob Video- oder Relay-Dienste zuverlässig funktionieren. Indigene Organisationen sprachen außerdem Fragen der Datensouveränität und die Fähigkeit kleiner Anbieter an, detaillierte Prognosen einzureichen.

Quellen