Zusammenfassung
- REHRED organisierte eine grenzüberschreitende Arbeitsgruppe und einen Netzplan, bevor es in Haiti einen eigenen IP-Knoten gab.
- Im November 1996 wurde der gemeinsame Server noch eingerichtet; Leitungen, genehmigte Tarife und Nutzerzugänge standen aus.
Eine Nachricht war noch kein haitianisches Netz
Am 23. August 1993 verbreitete Daniel Pimienta eine Nachricht, die er als erste Internetnachricht von REHRED in Haiti bezeichnete. Schiller Jean-Baptistes Mitteilung lief von Port-au-Prince über ACN nach Santo Domingo und wurde an Pimienta weitergeleitet, der sie auf der INET93 in San Francisco vorlas. Der Bericht stellt klar: Die Übertragung nutzte keine eigene REHRED-Infrastruktur; auch eine haitianische Internet-Domain war noch nicht fertig. Belegt ist der Weg einer Nachricht, keine lokale Leitung und kein landesweiter Dienst. Archivbericht
Diese Unterscheidung ordnet die Geschichte. Zuerst gab es Beteiligte und E-Mail, danach eine Organisation und einen Dienstplan, später einen lokalen Server und einen begrenzten Internetzugang. Jede Stufe hatte andere Betreiber und einen anderen Betriebsstatus.
Ein Regionalprojekt stieß auf einen politischen Einschnitt
REDALC entsandte im Juni 1991 eine Diagnosemission nach Haiti. Eine Werkstatt in Santo Domingo sollte im Folgemonat Netze für beide Länder vorbereiten. Der gemeinsame Aufbau verlief nicht parallel. Schiller Jean Baptiste und Daniel Pimienta schrieben, der politische Umbruch in Port-au-Prince habe das haitianische Vorhaben gefährdet. REDID, das dominikanische Netz, wurde im Mai 1992 ohne haitianisches Gegenstück gegründet. Die Autoren wollten die Arbeitsweise ändern, statt auf den gleichzeitigen Neustart beider Projekte zu warten. Netzplan
Ein Teil der Abstimmung sollte außerhalb der Grenze stattfinden. Haitianische Nutzer und Techniker könnten sich im Ausland, besonders in der französischsprachigen Karibik, organisieren und technische sowie organisatorische Grundlagen nach Hause tragen. Das Projekt sollte nicht vom politischen Wechsel abhängen; die technische Planung sollte auch während politischer oder natürlicher Krisen weitergehen. Das waren erklärte Ziele, kein Nachweis, dass das Netz spätere Krisen überstand.
Ab Mai 1993 nutzte die Initiative E-Mail-Einrichtungen von ACN für den Austausch mit REDALC in Santo Domingo. Der archivierte Plan zählt mehr als hundert Nachrichten seit Beginn der Verbindung. Rund 50 Forschende sollten den Internetzugang über ACN erproben, bevor der endgültige Dienst festgelegt wurde. Schulungen, Informationsangebote, Finanzierung und die Beteiligung von Institutionen und Nutzern an der Steuerung gehörten ebenfalls zum Plan. Die Nachricht vom August machte den Ablauf sichtbar, aber nicht vollständig. Plan und Nachrichtenbilanz Nachrichtenbericht
Ende 1996 war die Vorbereitung noch nicht abgeschlossen
Ein Bericht vom Januar 1996 meldete noch keine konkreten Internet-Ergebnisse, sondern Vorbereitungsarbeit. Mit Unterstützung von TELECO veranstaltete REHRED einen Informationstag mit einer Online-Sitzung zu einer dominikanischen IP-Adresse sowie einen dreitägigen E-Mail-Kurs für etwa zwanzig NGOs. Die Teilnehmenden nutzten weiter das teure cc:Mail von ACN; laut Bericht bot das Unternehmen damals noch keinen Internetdienst an. Das ist eine Momentaufnahme und kein Beleg, dass es in Haiti über keinen anderen Weg Zugang gab. Januar-Update
Im November beschrieb REHRED eine neue Vereinbarung. ACN habe Anfang des Jahres Satellitenzugang entwickelt und dem REHRED-Server sechs Monate lang eine kostenlose Versuchsanbindung mit 64 kbit/s angeboten. AUPELF und REHRED wollten ein gemeinsames nationales Forschungs- und Entwicklungsnetz statt getrennter REFER- und REHRED-Systeme. AUPELF stellte Server und Verbindungstechnik, REHRED den Zugang zu ACN. Jede Organisation sollte eine halbtags tätige Netzwerkverwaltung stellen; AUPELF übernahm die Grundschulung. November-Update
Der Server war ein Pentium 100 mit Unix/Linux. Über Funk und einen Windows-NT-Server sollte er ACN erreichen. Im November lief die Konfiguration jedoch noch. REHRED hoffte auf acht Telefonleitungen für Nutzer, hatte sie aber nicht erhalten. Nutzer sollten im Dezember, wahrscheinlicher im Januar 1997, online gehen. Die Quellen belegen Planung und Einrichtung, nicht den pünktlichen Betriebsbeginn. Mitgliedschaft war Institutionen vorbehalten; Beiträge sollten Mailkonto, begrenzte Verbindungszeit, Einführung und Fernhilfe finanzieren. Preise waren noch festzulegen und von Mitgliedern zu genehmigen.
Was die Chronologie belegt
Die Daten markieren verschiedene Schwellen, keine Antworten auf einen einzigen Ankunftstag. 1993 lief eine REHRED-Nachricht über ACN. Im Januar 1996 standen Vorbereitung und teure proprietäre E-Mail im Vordergrund. Im November wurden ein gemeinsamer Server und ein zeitlich begrenzter Satellitenlink eingerichtet, während Nutzerzugang und Preise offenblieben. „Verbunden“ kann Nachricht, Anbieter, Server oder Nutzer bezeichnen; die Quellen setzen diese Zustände nicht gleich.
Der früheste dauerhafte Fortschritt, den diese Unterlagen belegen, war organisatorisch: Arbeitsgruppe und Dienstplan entwickelten sich weiter, während Technik, Verbindung und Tarife vorbereitet wurden. Ob der Zugang im Januar begann, wie viele Institutionen beitraten und ob der Versuch verlängert wurde, bleibt offen.
Quellen
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