• Green Mountain hat einen ungenannten Neocloud-Betreiber für 14 MW auf seinem LON-East-Campus in Romford gewonnen
  • Der Kunde wird den neu fertiggestellten Block für hohe Leistungsdichten belegen; eine weitere Erweiterung um 16 MW bleibt möglich

Die Faktenlage

Green Mountain hat einen Vertrag mit einem ungenannten Neocloud-Betreiber über 14 MW Kapazität auf seinem Rechenzentrumscampus LON-East in Romford im Osten Londons geschlossen. Der Kunde wird eine kürzlich fertiggestellte Erweiterung des Standorts belegen.

Die neue Kapazität wurde für hohe Rechenleistungsdichten ausgelegt und unterstützt Racks mit mehr als 100 kW sowie Optionen für Flüssigkeitskühlung. Green Mountain begann im Dezember 2023 mit den Arbeiten an der Erweiterung um sechs Hallen. Der gesamte LON-East-Campus bietet 37 MW Kapazität und verfügt über Platz für eine weitere Erweiterung um 16 MW.

Mit dem Vertrag hat der fertiggestellte 14-MW-Block einen Kunden. Green Mountain hat jedoch weder den Mieter noch dessen Bereitstellungszeitplan offengelegt und auch nicht angegeben, wann der Kunde voraussichtlich den vollständigen vertraglich vereinbarten Leistungsbedarf erreichen wird.

Die Einordnung

Green Mountain hat die 14-MW-Erweiterung bereits gebaut und nun einen Kunden, der den gesamten Block übernimmt. Damit sinkt die Unsicherheit darüber, wer die neue Kapazität nutzen wird. Die Mitteilung lässt jedoch offen, wann der Kunde seine Anlagen installiert und wie schnell er die vollen 14 MW erreicht.

Ein unterzeichneter Vertrag bedeutet nicht, dass die Hallen vom ersten Tag an vollständig belegt sind. Der Kunde muss seine Rechenhardware noch installieren, an die Kühl- und Stromversorgungssysteme anschließen und die Leistungsaufnahme schrittweise erhöhen. Green Mountain hat die neuen Flächen für Racks mit mehr als 100 kW ausgelegt; die Infrastruktur ist somit für rechenintensive Anwendungen vorbereitet. Unklar bleibt, wie schnell der Kunde sie tatsächlich nutzen wird.

Für die Leserinnen und Leser von BTW wird das nächste aussagekräftige Signal sein, wie schnell sich die 14 MW in aktiv genutzte Kapazität verwandeln. Steigt die Leistungsaufnahme wie geplant und setzt Green Mountain anschließend die zusätzlichen 16 MW um, würde dies zeigen, dass die Nachfrage am Standort LON-East stark genug für eine weitere Erweiterung ist und nicht nur die bereits gebauten Flächen füllt.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten sind der Installationszeitplan des Kunden, die tatsächliche Leistungsaufnahme und die gewählte Kühlkonfiguration. Eine Entscheidung für die zusätzliche 16-MW-Phase, insbesondere mit einer weiteren Kundenzusage, wäre ein stärkerer Beleg dafür, dass die Nachfrage am Standort LON-East über den aktuellen Vertrag hinaus anhält.