Zusammenfassung

  • Ein Ja würde jeden Überschuss aus 2026 den Rücklagen zuführen und ein Defizit 2027 den Mitgliedern aufbürden; ein Nein würde den Überschuss verteilen und ein Defizit aus den Rücklagen decken.
  • Der Vorstand schätzt den Überschuss auf rund eine Million Euro und empfiehlt Ja, weil IT-Investitionen geplant sind. Er sagt auch: Im Vorjahr hätte ein Ja den Überschuss an die Mitglieder zurückgeführt.

Für die Mitglieder wird die Entscheidung 2027 auf der Rechnung sichtbar: Bei Ja bleibt ein Überschuss in der Rücklage und ein Defizit tragen die Mitglieder; bei Nein wird ein Überschuss nach dem Clearing-House-Verfahren verteilt und ein Defizit aus der Rücklage gedeckt. Der Vorstand schätzt den Überschuss 2026 auf rund eine Million Euro und verweist auf geplante IT-Investitionen.

Im Oktober 2025 beschlossen die Mitglieder, einen Überschuss über das Clearing-House-Verfahren zurückzugeben und ein Defizit aus den Rücklagen zu decken. Resolution 1 kehrt diese Verteilung um. Abgestimmt wird darüber unter Tagesordnungspunkt 8 der Generalversammlung vom 28. bis 30. Oktober. (Tagesordnung und Resolution 1; Abrechnungsverfahren 2026)

Der Vorstand schätzt den Überschuss 2026 auf rund eine Million Euro. Der geprüfte Jahresabschluss legt den endgültigen Betrag fest. (Empfehlung des Vorstands)

Der Vorstand empfiehlt Ja. Die RIPE NCC plane erhebliche Investitionen in ihre IT-Infrastruktur; der Überschuss solle dafür einen finanziellen Puffer bieten. Auch den geänderten Sinn des Ja erläutert er erstaunlich offen: In früheren Jahren hätte Ja den Überschuss an die Mitglieder zurückgeführt. Der Vorstand habe die Resolution dieses Jahr geändert, weil er ein Nein zu einer selbst eingebrachten Resolution nicht empfehlen wolle. (Empfehlung des Vorstands)

Damit steht die institutionelle Begründung schwarz auf weiß. Die Mitglieder haben eine konkrete Wahl: Sie genehmigen den Vorrang für Rücklagen und übernehmen ein mögliches Defizit, oder sie lehnen den Vorschlag ab, verteilen den Überschuss und lassen ein Defizit von den Rücklagen tragen. Der Beschlusstext zeigt, wohin das Geld bei jeder Option fließt.

Das Clearing-House-Verfahren berechnet Rückzahlungen anteilig nach dem Jahresbeitrag jedes berechtigten LIR-Kontos. Bei der Verteilung für 2025 zählten Anmelde- und Reaktivierungsgebühren nicht; das Konto musste am 31. Dezember 2025 aktiv sein. (Abrechnungsverfahren 2026; RIPE-322, Clearing-House-Verfahren) (Abrechnungsverfahren 2026; RIPE-322, Clearing-House-Verfahren)

Die Rücklagen haben bereits einen beschriebenen Zweck. Das im Mai 2026 veröffentlichte Zielpapier nennt Betriebskontinuität, finanzielle Flexibilität und Vorsorge für Extremszenarien. Es weist zum 31. Dezember 2025 Rücklagen von 33,663 Millionen Euro aus, verglichen mit einem Betriebsaufwandsbudget von 41,125 Millionen Euro für 2026. Zum Jahresende 2025 lagen 33,663 Millionen Euro in der Rücklage; 41,125 Millionen Euro beträgt das Betriebsaufwandsbudget für 2026. Der Vorstand schätzt den Überschuss dieses Jahres auf rund eine Million Euro. (RIPE-860, Ziele der Clearing-House-Rücklage)

Quellen