Zusammenfassung

  • Das beobachtete LACNIC-RDAP-Objekt deklariert Konformität mit einem Basisprofil, der CIDR-Erweiterung und einem LACNIC-Profil.
  • Diese Deklaration ist kein selbständiger Nachweis für BGP-Ursprung, Transit, operative Kontrolle oder Eigentum.

Die Liste gehört zur Darstellung

RFC 9083 ordnet rdapConformance eindeutig ein: Das Mitglied auf oberster Ebene gibt Hinweise auf die Spezifikationen, die bei der Konstruktion der Antwort verwendet wurden. Für einen Client ist das eine Leseanweisung. Er erkennt daran, welche Grundregeln und Erweiterungen auf die vorliegenden Daten angewandt werden können.

Damit wird nicht das Netz selbst charakterisiert. Das LACNIC-Objekt enthält auch einen Bereich, einen Handle, Selbst- und Hierarchielinks sowie port43. Der Bereich benennt den Umfang eines Registerobjekts, der Handle identifiziert es, der Link up verweist auf eine Registrierungsbeziehung, und port43 verweist auf einen älteren WHOIS-Dienst. Keines dieser Merkmale erweitert die Konformitätsliste zu einem Beleg für Kontrolle über ein laufendes Netz.

Die sprachlich naheliegende, aber falsche Verkürzung wäre: „Das Register nennt ein Profil, also hat es Autorität über das Netz.“ Korrekt ist nur: Die Antwort erklärt, nach welchen RDAP-Spezifikationen sie dargestellt wird.

Unterschiedliche Fragen, unterschiedliche Belege

Wer einen BGP-Ursprung, einen beobachteten Pfad, Transit oder Erreichbarkeit behauptet, benötigt Routingdaten aus einer geeigneten Beobachtungsquelle. Wer operative Änderungsrechte oder Steuerung behauptet, benötigt authentisierte Berechtigungen, Betriebsunterlagen oder überprüfbare Aussagen der verantwortlichen Stelle. Für Eigentum oder Unternehmensmacht gelten wiederum andere Belege.

Registerdaten und Routingdaten können sich auf denselben Nummernraum beziehen, ohne dass sie dieselbe Tatsache belegen. Diese Trennung ist kein Mangel der RDAP-Antwort, sondern eine Voraussetzung dafür, dass ihre Aussage reproduzierbar bleibt.

Quellen