Summary
- LACNIC bestätigte am 26. Oktober fünf Kandidaten für drei Sitze im Direktorium. Gabriel Adonaylo, Carmen Denis und Rafael Antonio Ibarra Fernández sind die ausscheidenden Amtsinhaber; Jorge Mario Valencia Mesa und Norberto Enrique Faria Rodriguez treten zusätzlich an.
- Die Satzung erlaubt höchstens zwei Direktoren mit der Staatsangehörigkeit desselben Landes. Zwei brasilianische Direktoren sitzen über 2026 hinaus im Gremium; brasilianische Bewerbungen sind deshalb diesmal ausgeschlossen. Gewählt wird vom 3. bis 10. November.
Brasilien hat zwei Direktoren im Amt und deshalb in diesem Wahlgang keinen Platz für einen dritten. Hinter dieser verschlossenen Tür liegt eine andere, offene Frage: Wer besetzt die drei Sitze, deren Mandate Ende 2026 auslaufen? Die am 26. Oktober bestätigte Liste gibt LACNICs Mitgliedern fünf Kandidaten zur Auswahl, darunter alle drei bisherigen Inhaber.
Die aktuelle Zusammensetzung des Direktoriums nennt Gabriel Adonaylo aus Argentinien, Carmen Denis aus Mexiko und Rafael Antonio Ibarra Fernández aus El Salvador als Direktoren mit Amtsende im Dezember 2026. Jorge Mario Valencia Mesa aus Kolumbien und Norberto Enrique Faria Rodriguez aus Venezuela ergänzen das Kandidatenfeld. Die drei Mandate laufen von Januar 2027 bis Dezember 2029. Adonaylo ist derzeit Schatzmeister, Denis stellvertretende Sekretärin und Ibarra Direktor. Valencia Mesa beschreibt seine Arbeit an IPv6-Umstellungen im kolumbianischen öffentlichen Sektor; Faria Rodriguez leitet NAP VE, eine venezolanische Einrichtung für Netzzusammenschaltung. Damit unterscheiden sich die Bewerber auch in der Arbeit, die sie an den Tisch bringen.
Wer aus Brasilien kommt, kann diesmal nicht antreten. Das steht ausdrücklich in der Wahlausschreibung. Satzungsartikel 24.1.1 begrenzt die Zahl der Direktoren mit Staatsangehörigkeit desselben Landes oder Gebiets auf zwei und berücksichtigt bei Mehrstaatlern jede Staatsangehörigkeit. Evandro Varonil und Wardner Maia sind die beiden brasilianischen Direktoren; ihre Mandate enden erst 2027 und 2028. Die Grenze ist vor dieser Wahl erreicht, ohne dass ein Stimmzettel ausgezählt werden müsste.
Die drei umkämpften Plätze machen ein Drittel des neunköpfigen stimmberechtigten Direktoriums aus. Satzungsartikel 26 gibt ihm konkrete Befugnisse: Es verwaltet LACNIC, entscheidet über Mitgliedsaufnahme und Sanktionen und ratifiziert Regeln zur Verwaltung und Zuteilung von Internetnummern. Die zwei zusätzlichen Bewerber benennen unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte. Valencia Mesa will Erfahrungen aus IPv6-Migrationen im kolumbianischen öffentlichen Sektor sowie die Belange kleiner Betreiber in das Direktorium tragen. Faria Rodriguez setzt bei NAP VE auf lokale Netzzusammenschaltung und nennt Peering, IPv6 und Routing-Sicherheit als Prioritäten. Das Wahlergebnis im November entscheidet, ob diese beiden Stimmen künftig bei der Ratifizierung von Ressourcenregeln mit am Tisch sitzen.
Der datierte Wahlkalender setzt die Abstimmung auf den 3. bis 10. November. Nach Satzungsartikel 25 gewinnen die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen; bei Gleichstand folgt eine Stichwahl. Selbst wenn beide Herausforderer gewinnen, besetzt mindestens einer der bisherigen Direktoren einen der drei Sitze für 2027 bis 2029. Die Wahl entscheidet, wer dieser Amtsinhaber ist.
Quellen: LACNIC-Wahlseite, amtierendes Direktorium, Satzung, Artikel 24.1.1, Wahlkalender.
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