Zusammenfassung

  • LACNIC bringt zwei konkrete Schritte zusammen: Mitglieder erstellen und veröffentlichen ASPA-Objekte in MiLACNIC; FORT unterstützt deren Validierung.
  • Der Weg zum Router hat einen eigenen Schalter. FORT 1.7.0.experimental enthält RTRv2-Unterstützung, setzt die maximale RTR-Version aber standardmäßig auf null.

Der Knopf ist da. Der Router hat die Nachricht womöglich noch nicht bekommen.

Auf der LACNIC 46 kündigte das Register an, dass Mitglieder mit ASN ASPA-Objekte direkt in MiLACNIC erstellen, konfigurieren und veröffentlichen können. Das geht einzeln oder in großen Mengen; außerdem lassen sich Status und Vorschau vor der Veröffentlichung prüfen. LACNIC meldete auch ASPA-Validierung in FORT, seinem quelloffenen RPKI-Validator. Mitgliederportal und Validator haben jetzt klar getrennte Aufgaben in derselben Kette.

Das ist ein greifbarer Schritt. Er macht die Abkürzung „ASPA aktiviert“ aber nicht zur vollständigen Betriebsbeschreibung. Jede Etappe hinterlässt einen anderen Beleg.

Zuerst trägt der Inhaber einer ASN seine autorisierten Transitprovider in ein ASPA-Objekt ein. MiLACNIC bietet Status und Vorschau, bevor dieses Objekt veröffentlicht wird. Danach läuft es durch die Veröffentlichung und den Abruf im RPKI; ein Validator prüft das signierte Material. Laut LACNIC erschien die zentrale ASPA-Validierungsfunktion von FORT im Juli 2026. In den Release-Notizen zu FORT 1.7.0.experimental stehen ASPA und RTRv2 sowie eine optionale JSON-Ausgabe gültiger ASPAs.

Erst danach folgt die Übergabe an den Router. Laut FORT-Release steht --server.max-rtr-version standardmäßig auf null. Der Wert zwei aktiviert RTRv2, dessen Spezifikation sich noch weiterentwickelt; das Release nennt die Funktion experimental. Die aktuellen IETF-Dokumente zu ASPA-Profil, ASPA-Prüfung und RTRv2 sind Internet-Drafts und keine veröffentlichten RFCs. FORT kann also ASPAs validieren, während der RTR-Server eines Betreibers auf der Voreinstellung bleibt. Eine Datei mit gültigen ASPAs ist noch kein Datenstand, den ein Router empfangen hat.

Ein einzelnes grünes ASPA-Lämpchen verschweigt zu viel. Betreiber sollten der Reihe nach fragen: Sieht das Mitglied das vorgesehene Objekt und seinen Veröffentlichungsstatus? Ruft der Validator es ab und validiert es? Ist die ASPA-Ausgabe eingeschaltet? Welche RTR-Version bietet der Server an? Hat der Router sie ausgehandelt und Kunden- und Providerdaten geladen? Greift die BGP-Policy darauf zu, und wie hat sie die geprüften Routen behandelt?

Die öffentliche Ankündigung nennt weder eine regionale Adoptionszahl noch Router-Aushandlungen oder Policy-Nutzung. Interessant sind die Werkzeuge, die LACNIC Mitgliedern und Betreibern jetzt zugänglich macht, und die Übergänge zwischen ihnen. Der Eingang ist offen; die letzte Tür hängt noch an einer Einstellung.

Quellen