Zusammenfassung
- Für das ARIN-Programm sind unter anderem eine Haftpflichtdeckung von einer Million US-Dollar mit ARIN als benannter Partei, Hintergrundprüfungen, drei Referenzen und die Freigabe durch Führungskräfte nötig; die Jahresgebühr beträgt 10.000 Dollar.
- In den Nutzungsbedingungen verweigert ARIN eine Zusage für Richtigkeit, Zuverlässigkeit und Wirksamkeit der qualifizierten Vermittler. Das Siegel bestätigt eine Zulassung, keinen erfolgreichen Transfer.
Ein Register, das einen Makler „qualifiziert“ nennt, setzt einen anderen Akzent als ein Makler, der sich selbst für hervorragend hält. ARIN betreibt ein Qualified Facilitator Program für Vermittler von IPv4- und ASN-Transfers. Die Inanspruchnahme ist freiwillig. Für die Aufnahme muss das Unternehmen in der ARIN-Region rechtmäßig registriert und in gutem Stand sein sowie eine Registration Services Agreement halten. Zwei Firmenvertreter benötigen geprüfte Kontaktdaten und eine ARIN-Transferqualifikation. Dafür sind ein Gespräch und die Zustimmung des Chief Legal Officer und des Chief Experience Officer vorgesehen.
Die Akte wird dicker: ARIN verlangt eine allgemeine Haftpflichtversicherung über mindestens eine Million US-Dollar, in der ARIN genannt wird, externe Hintergrundprüfungen wichtiger Mitarbeiter, eine Freistellung von ARIN und drei schriftliche Kundenreferenzen. Der Vermittler muss melden, wenn er an einem Transfer-Ticket mitarbeitet, seine fortdauernde Erfüllung der Regeln jährlich bestätigen und die Gebühr zahlen. Laut aktueller Gebührenordnung sind das 10.000 US-Dollar im Jahr. Diese Programmgebühr trifft den Vermittler und ist von Transfergebühren und privaten Kundenhonoraren zu trennen.
Die öffentliche Liste der zugelassenen Firmen nennt Qualifikationsdaten. Wer einen Gegenpart für einen Adresshandel sucht, sieht damit eine Auswahl, die ARIN selbst vorgenommen hat. Die Prüfung ist real, und das Register gibt der Auswahl Sichtbarkeit. Genau deshalb ist die Reichweite des Wortes „qualifiziert“ eine geschäftliche Frage.
Die Nutzungsbedingungen beantworten sie deutlich. ARIN gibt keine Zusicherung, Garantie oder Empfehlung für die Richtigkeit, Zuverlässigkeit oder Wirksamkeit eines qualifizierten Vermittlers. Wer sich auf dessen Auskunft, Rat oder Handeln verlässt, tut das auf eigenes Risiko. ARIN kann das Programm außerdem ändern, aussetzen oder beenden. Die Zulassungsprüfung gehört dem Register; die Folgen der konkreten Vermittlung stehen beim Kunden.
Eine Aufnahmeprüfung misst die Erfüllung festgelegter Eintrittsbedingungen. Ob ein einzelner Transfer gelingt, hängt von den Ressourcen, den Parteien, den Unterlagen, den Registerentscheidungen und der Arbeit während des Falls ab. Die Programmseiten veröffentlichen keine aggregierten Erfolgs- oder Beschwerdequoten der gelisteten Vermittler; solche Zahlen würden eine Leistungsbewertung ermöglichen. Bis dahin beschreibt das Siegel vor allem einen geprüften Zugang zu ARINs Liste, keinen Risikoübergang für ein Geschäft.
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