Zusammenfassung

  • Im ARIN-Schnappschuss vom 1. November stehen 14 Ressourceneinträge für Transfers mit Datum vom 21. bis 29. Oktober aus der ARIN-Region in andere RIR-Regionen. Sie umfassen 77.824 IPv4-Adressen, also 304 /24-Äquivalente, und einen reinen ASN-Eintrag.
  • ARIN weist ausdrücklich darauf hin, dass Antragszahlen und die Zahl einzelner übertragener Blöcke auseinanderfallen. Ein öffentlicher Schlüssel zur Zuordnung der Zeilen zu Anträgen fehlt.

Die präzise falsche Zahl ist die gefährlichste in dieser Tabelle.

Wer den datierten ARIN-Datensatz nach Transferdatum ab dem 20. Oktober, ARIN als Herkunfts-RIR und einem anderen Ziel-RIR filtert, findet 14 Zeilen. Sechs weisen auf APNIC, acht auf RIPE NCC. Die übertragenen IPv4-Bereiche ergeben 24.576 Adressen Richtung APNIC und 53.248 Richtung RIPE NCC. Zusammen sind das 77.824 Adressen beziehungsweise 304 /24-Äquivalente.

Die 14 und die 304 haben unterschiedliche Nenner. Eine Zahl zählt Datensätze, die andere Adressvolumen. Die Anzahl bestätigter Transferanträge steht in keinem dieser Felder.

Am 21. Oktober tauchen Globenet Cabos Submarinos Americas und Bharti Airtel dreimal mit demselben Zeitstempel auf. St. Catherine University und Broadband Ltd erscheinen zweimal unter einem weiteren identischen Zeitstempel. Nach Zeitpunkt, Parteien und Ziel-RIR gruppiert ergeben die 14 Zeilen elf Gruppen. Das ist eine nützliche Lesart, aber kein Beleg für elf Verwaltungsfälle. Eine öffentliche Antragskennung enthält die JSON-Datei nicht.

ARINs Statistikseite für Transfers warnt selbst davor, die Summen von 8.3- und 8.4-Anträgen mit den übertragenen Einzelblöcken gleichzusetzen: Ein Antrag umfasst häufig mehrere Blöcke. Die Beschreibung des NRO-Formats nennt IPv4 und ASNs als Gegenstände des kumulativen Journals und erklärt die datierten Schnappschüsse. Die Institution kennt also die Differenz. Sie stellt nur keine öffentliche Zuordnung zwischen den Einheiten bereit.

Der Fall ASN 22665 macht die zweite Lücke sichtbar. Die Zeile vom 28. Oktober führt Ungage Capital LLC als Quelle und Swiftlet Labs Ltd im RIPE-NCC-Gebiet als Empfänger. Sie enthält keinen IPv4-Bereich. Laut ARINs Leitfaden für Transfers zwischen RIRs können unter Abschnitt 8.4 sowohl ungenutzte IPv4-Adressen als auch ASNs übertragen werden. Eine reine IPv4-Auswertung würde diesen Eintrag mit null verbuchen und gerade dadurch den Vorgang ausblenden.

Die übrigen Namen beweisen ebenfalls keine Handelsmotive. 2.048 Adressen gehen laut Datei von St Mary’s University an SalesForce.com, 16.384 von Globenet an Infomaniak Network SA und 2.048 von Leaseweb USA an Leaseweb Deutschland GmbH. Die Datei belegt Ressource, Parteien, Datum und Registerrichtung. Sie nennt keinen Kaufpreis und misst keine spätere Nutzung im Netz.

ARIN könnte die Ressourceneinträge mit einer nicht sensiblen, stabilen Antragskennung versehen. Dann ließen sich Blöcke und ASNs zählen, ohne private Unterlagen offenzulegen oder aus Zeitstempeln Geschäfte zu erfinden. Die Warnung vor falschen Nennern steht bereits auf der Website. Der Datensatz sollte ihr folgen.