Zusammenfassung
- AFPUB-2026-IPv4-003-DRAFT01 würde zurückgewonnene IPv4-Blöcke nach ihrer Herkunft auf vier Pools verteilen.
- Der Entwurf begrenzt reguläre Anträge und startet eine Reihenfolge-Warteliste erst, wenn beide Hauptpools erschöpft sind.
Vor dem nächsten Nutzer bekommt die Adresse eine Akte
Ein IPv4-Block kehrt zu AFRINIC zurück. Was passiert dann? Im Entwurf landet er zunächst in einem vorläufigen Recovered Pool. Mitarbeitende verfolgen seine Herkunft und führen ihn dem passenden Pool wieder zu. Lässt sich der Ursprung nicht mit hinreichender Sicherheit bestimmen, fällt der Block in den Pre-Softlanding Pool. Teilblöcke würden anteilig nach ihrer belegbaren Herkunft klassifiziert. Jede Verschiebung soll prüfbar und öffentlich dokumentiert sein.
Das ist mehr als Lagerpflege. Die administrative Vergangenheit eines Blocks soll bestimmen, welche Regeln für seine nächste Zuteilung gelten. Die Schublade wird Teil der Regel.
AFPUB-2026-IPv4-003-DRAFT01 wurde am 8. Juni 2026 von Adeola A. P. AINA eingereicht und wird bei AFRINIC als „Under Discussion“ geführt. Der Entwurf sieht vier Pools vor: Soft Landing, Policy-Reserved, Pre-Softlanding und Recovered. Getrennte Bestände, öffentliche Bewegungsprotokolle und möglichst wenig Fragmentierung bei der erneuten Zuteilung gehören zum Plan. Das sind Vorschläge, keine geltenden Regeln.
Im Pre-Softlanding Pool läge ein gewöhnlicher Antrag zwischen /24 und /18; der Bedarf wäre für zwölf Monate zu begründen. Antragsteller müssten eine effiziente Nutzung von 80 Prozent ihrer früheren Zuteilungen belegen. Mit dokumentierten Wachstumskennzahlen und einem überprüfbaren Einsatzplan könnte der Höchstwert auf /16 steigen. Mehrere aufeinanderfolgende Anträge dürften die Grenze nicht umgehen. Reicht der Pool nicht aus, dokumentiert AFRINIC den Fehlbestand und leitet den Antrag automatisch an den Soft-Landing Pool weiter; dort gelten die Bedingungen der Phase 2.
Die Warteliste ist nicht die erste Anlaufstelle. Sie soll erst starten, wenn Soft-Landing und Pre-Softlanding beide auf null stehen. Danach wäre der Recovered Pool ihre einzige Quelle. Antragsteller müssten einen unmittelbaren Infrastrukturbedarf belegen. Es gälte „first come, first served“, mit nur einem aktiven Platz je Organisation oder verbundenem Unternehmen. Ohne Antwort binnen 30 Tagen verfällt der Antrag. Ist ein /23 begründet, aber nur ein /24 verfügbar, kann das kleinere Netz angenommen werden, ohne den Listenplatz zu verlieren.
Die Zuteilung wäre binnen sechs Monaten vollständig einzusetzen. Wer erneut beantragt, rückt ans Ende der Liste. AFRINIC soll monatlich Länge der Warteliste, verfügbare Adressen, durchschnittliche Wartezeit und bearbeitete Rückläufer veröffentlichen. Für Zuteilungen aus Pre-Softlanding und Warteliste gälte eine 24-monatige Transfersperre, außer bei Fusion, Übernahme oder Kontrollwechsel. Soft-Landing behält seine eigenen Transferregeln.
Auf dem Papier hat jeder Schritt ein Feld: Herkunft, Berechtigung, Listenplatz, Frist, Einsatz und Transfer. Der Test kommt, wenn die Herkunft lückenhaft ist, ein Block mehrere Geschichten trägt oder die Warteliste zur letzten offenen Tür wird.
Quellen
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