Zusammenfassung
- Bei der Public Policy Meeting am 18. November wird einer der beiden Co-Chair-Sitze der Policy Development Working Group besetzt; der andere bleibt bis dahin beim bisherigen Amtsinhaber.
- Für den verbleibenden Sitz gilt eine außergewöhnliche einjährige Amtszeit. Eine Kandidatur braucht zwei Resource Members als Unterstützer; an der Auswahl können jedoch registrierte Personen aus der afrikanischen Internetgemeinschaft teilnehmen, auch ohne einen Resource Member zu vertreten.
AFRINIC besetzt die beiden Co-Chair-Positionen nicht gleichzeitig neu. Das aktuelle Wahlportal kündigt an, dass eine der zwei Positionen bei der nächsten Public Policy Meeting (PPM) am 18. November vergeben wird. Die eigene Auswahlseite beschreibt die Vorgeschichte: Im Juni erfüllte nur ein Kandidat die Voraussetzungen und wurde im Konsensverfahren für eine zweijährige Amtszeit ausgewählt. Der zweite Sitz bleibt bis zur November-Sitzung beim bisherigen Amtsinhaber.
Der Aufruf des Nomination Committee vom 2. Oktober richtet sich nun auf einen Co-Chair. Die ausgewählte Person erhält ausnahmsweise eine einjährige Amtszeit, die bei der ersten PPM nach Ablauf des Jahres endet. Künftige Nachfolger sollen üblicherweise zwei Jahre dienen. Damit laufen die Amtszeiten der beiden Sitze versetzt. Der Aufruf erklärt jedoch nicht, warum jetzt nur ein Sitz ausgeschrieben wird, und nennt den aktuellen Amtsinhaber nicht.
Die Funktion ist wichtig für die Verfahrensführung. AFRINICs Richtlinien beschreiben die Co-Chairs als neutrale Moderatoren: Sie leiten politische Diskussionen, begleiten Vorschläge durch den Prozess und stellen fest, ob ein grober Konsens erreicht wurde. Über den Inhalt einer Policy entscheiden sie nicht. Ein Wechsel kann daher beeinflussen, wie Vorschläge behandelt und protokolliert werden, gibt dem Vorsitz aber kein inhaltliches Vetorecht.
Die Regeln trennen zudem die Unterstützung einer Kandidatur von der Teilnahme an der Auswahl. Jede Kandidatur muss von zwei Resource Members in gutem Stand unterstützt werden. Bewerber müssen außerdem Erfahrung und tatsächliche Beteiligung vorweisen, darunter bedeutende Aktivität auf Policy-Mailinglisten und die Teilnahme an AFRINIC-Veranstaltungen. Teilnahmeberechtigt bei der PPM sind Personen aus der afrikanischen Internetgemeinschaft, die das erforderliche Registrierungsverfahren abgeschlossen haben, unabhängig davon, ob sie einen Resource Member vertreten.
Auch die Satzung beschreibt die PPM als offen für Mitglieder und alle, die sich für die Verwaltung von Internetnummernressourcen interessieren.
Aus dieser Öffnung lässt sich nicht ablesen, wie viele Menschen sich registrieren oder teilnehmen werden. Die Quellen nennen weder die Zahl der Kandidaten für November noch die Zahl der registrierten Teilnehmenden oder die Form, in der der Konsens dokumentiert wird. Die Nominierungsfrist endet am 29. Oktober; die endgültige Kandidatenliste ist für den 6. November vorgesehen.
Belegt sind damit eine gestufte Nachfolge und ihre formalen Regeln, nicht die Repräsentativität der Beteiligung. Ein öffentlicher Nachweis sollte die Eignungsentscheidung, die Liste der registrierten Teilnehmenden, die Konsensfeststellung und Beginn und Ende der Amtszeit verbinden. So könnten Mitglieder und die weitere Policy-Gemeinschaft die Durchführung nachvollziehen.
Quellen
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