Zusammenfassung
- Zwei Resource Members unterstützen Kandidaturen; registrierte PPM-Teilnehmende wählen per Konsens.
- Der Co-Chair moderiert das Verfahren und entscheidet nicht über Policy-Ergebnisse.
Ein Sitz, ein enger Zeitplan
Der Aufruf des Nomination Committee vom 2. Oktober sucht eine Person für den Co-Vorsitz der Policy Development Working Group (PDWG). Die Frist endet am 29. Oktober um 23:59 UTC; die endgültige Kandidatenliste soll am 6. November veröffentlicht werden. Die Auswahl ist für die AFRINIC-38 Public Policy Meeting am 18. November in Kapstadt angesetzt. AFRINIC hat ein hybrides Format angekündigt. Wer teilnehmen will, muss sich dennoch über das vorgesehene Verfahren registrieren.
Es handelt sich um einen von zwei Co-Chair-Sitzen der PDWG. Laut Auswahlseite bleibt der andere Sitz bis zum Novembertreffen beim bisherigen Amtsinhaber. Im Juni wählte die Community Haitham El-Nakhal für eine separate zweijährige Amtszeit. Für den nun offenen Sitz gilt ausnahmsweise eine einjährige Übergangszeit, die mit der ersten PPM nach Ablauf des Jahres endet. Spätere Nachbesetzungen sollen üblicherweise wieder zwei Jahre dauern. Die Quellen erläutern den Grund für diese Übergangsregel nicht.
Der Kandidatenzugang ist enger als der Auswahlkreis
Jede Kandidatur muss von zwei Resource Members in gutem Stand unterstützt werden. Die Wahlrichtlinien 2026 nennen weitere Bedingungen: Wohnsitz in der AFRINIC-Service-Region, mindestens drei Jahre substanzielle Mitarbeit auf der AFRINIC-RPD-Liste oder der Policy-Liste eines anderen RIR sowie die Teilnahme an mindestens zwei AFRINIC-Veranstaltungen in den vergangenen fünf Jahren. Wer einen aktuell diskutierten Policy-Vorschlag verfasst hat, darf nicht kandidieren.
Die Auswahlberechtigten sind anders beschrieben. Sie dürfen Resource Members vertreten oder individuell teilnehmen, müssen aber zur afrikanischen Internet-Community gehören und die erforderliche Registrierung für die PPM abgeschlossen haben. Die Auswahl erfolgt per Konsens, nicht per Stimmzettel. Das entspricht dem gemeinschaftlichen Policy-Prozess; der konkrete Auswahlkreis besteht jedoch aus den registrierten Meeting-Teilnehmenden, nicht aus allen Personen, die die RPD-Liste nutzen oder an einer offenen Policy-Debatte teilnehmen können.
Moderator, kein Richtlinienveto
Die Richtlinien beschreiben die Rolle als verfahrensorientiert, unterstützend und neutral. Co-Chairs moderieren Diskussionen und helfen sicherzustellen, dass der Policy Development Process dem Consolidated Policy Manual folgt. Sie entscheiden nicht über Policy-Ergebnisse. Die Auswahl verleiht ein Mandat zur Leitung von Sitzungen, aber kein allgemeines Mandat, für alle AFRINIC-Mitglieder oder Internetnutzer zu sprechen.
Der Unterschied zwischen Kandidaten- und Auswahlregeln ist zentral. Die Unterstützung durch Mitglieder bestimmt, wer antreten kann; Community-Zugehörigkeit und Registrierung bestimmen, wer auswählt. Keine der Regeln macht bloße Anwesenheit zu einer Entscheidung der gesamten Community. Die veröffentlichte Kandidatenliste, der dokumentierte Konsensprozess und die Grenzen der Amtsaufgaben zeigen, wie das Mandat zustande kam.
Quellen
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