Summary
- Samantha Demetriou wurde bei der Ratssitzung am 21. Oktober während ICANN87 für ein Jahr zur GNSO-Vorsitzenden 2026/27 gewählt.
- Die Contracted Parties House bestimmte Ashley Heineman zur stellvertretenden Vorsitzenden; die Wahl der Non-Contracted Parties House war im am 23. Oktober veröffentlichten Schreiben noch offen.
Die Tagesordnung des GNSO-Rats bei ICANN87 liest sich wie eine Übergabe mitten im Dienst. Um 13.15 Uhr auf Bali stand für den scheidenden Rat der Abschlussbericht zu diakritischen Zeichen in lateinischer Schrift auf dem Programm: 57 Ergebnisse, darunter 45 Empfehlungen und zwölf Hinweise zur Umsetzung. Auch DNS-Missbrauch und die Umsetzung der Regeln für Datenschutz- und Proxy-Dienste waren Themen. Um 15.30 Uhr sollte der neue Rat für 2026/27 zusammentreten und seinen Vorsitz wählen. Susan Payne war in der ersten Sitzung noch als Vorsitzende genannt und stand zugleich auf der Abschiedsliste.
Für den Vorsitz gab es zwei Nominierungen: Samantha Demetriou aus dem Contracted Parties House und Vivek Goyal aus dem Non-Contracted Parties House. Der Brief des Rats vom 21. Oktober meldete Demetriou als Siegerin für eine einjährige Amtszeit. Das Contracted Parties House bestimmte Ashley Heineman aus der Registrars Stakeholder Group zur stellvertretenden Vorsitzenden. Die Entscheidung des Non-Contracted Parties House stand im Brief noch aus. ICANN veröffentlichte ihn am 23. Oktober.
Drei Ämter, zwei Entscheidungswege: Nach der Geschäftsordnung braucht der Vorsitz in jeder Kammer 60 Prozent Unterstützung. Jede Kammer wählt ihre Stellvertretung dagegen aus den eigenen Mitgliedern. Der gemeinsame Beschluss und eine kammerinterne Entscheidung sind dokumentiert; für die zweite kammerinterne Entscheidung fehlt im Ergebnisbrief noch ein Name. Stimmenzahlen und ein Termin dafür stehen nicht darin.
Heineman tauchte bereits im Arbeitsprogramm auf. Als Verbindungsperson des Rats zur Umsetzungsgruppe für die Akkreditierung von Datenschutz- und Proxy-Diensten sollte sie über deren Arbeit berichten. Die zugrunde liegende Politik umfasst 21 Empfehlungen. Ihr neues Amt entscheidet deren Inhalt nicht. Es zeigt aber, dass die neue Führung bei laufenden Verfahren ansetzt, statt erst bei null zu beginnen.
Die Wahlseite dokumentiert den Vorlauf, der Brief das Ergebnis. Nun kommt es auf die förmliche Mitteilung des Non-Contracted Parties House an: Wer übernimmt die zweite Stellvertretung, und ab wann? Bei diesem Schichtwechsel liegt noch Arbeit auf dem Tisch.
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