Zusammenfassung
- Nach Angaben der EAC haben die Partnerstaaten vom 13. bis 15. Oktober 2026 in Daressalam die Ausgangsdaten ihrer E-Commerce-Strategie geprüft und aktualisiert. Die Mitteilung vom 16. Oktober enthält die neuen Werte nicht.
- Die Strategie von 2022 unterscheidet mehrere Kennzahlen und legt Meldewege fest. Erst offengelegte Definitionen, Länderwerte und Quellen würden zeigen, wie gut die aktualisierten Daten vergleichbar sind.
19,65 Milliarden Dollar sind eine griffige Zahl. In der Oktober-Mitteilung der EAC steht sie für den Handel innerhalb der Region im Jahr 2025. Für eine andere Frage taugt sie jedoch nicht: Wie viel davon wurde online bestellt oder verkauft?
Gordon Kalema, Projektleiter von EARDIP, nennt in der Mitteilung vom 16. Oktober einen Anstieg des gesamten intra-EAC-Handels von 1,6 Milliarden Dollar im Jahr 2005 auf 19,65 Milliarden im Jahr 2025. Das sind ihm zugeschriebene Handelszahlen, keine hier unabhängig überprüfte Berechnung und keine Messreihe zum E-Commerce. Wer sie als Beleg für wachsende Onlineumsätze verwendet, wechselt unbemerkt den Gegenstand.
Dabei geht es in derselben Mitteilung gerade darum, genauer hinzusehen. Bei einem Treffen vom 13. bis 15. Oktober in Daressalam haben die Partnerstaaten laut EAC die Ausgangsdaten für die regionale E-Commerce-Strategie überprüft und aktualisiert. Empfehlungen aus nationalen Beteiligungsformaten im September und Oktober flossen ein.
Die Meldung veröffentlicht allerdings weder die aktualisierten Werte noch Ländertabellen, Bezugszeiträume, Messdefinitionen oder eine Quellenübersicht. Damit lässt sich nachvollziehen, dass eine Überarbeitung stattgefunden hat, aber nicht, was sich rechnerisch geändert hat. Diese Feststellung betrifft die Mitteilung, nicht das gesamte Statistikangebot der EAC.
Eine Bestellung ist noch keine elektronische Zahlung
Die Unterscheidungen sind im politischen Konzept bereits angelegt. Die am 12. Juli 2022 verabschiedete Strategie sieht fünf unterschiedliche Blickwinkel vor: die Nutzung von E-Commerce durch Menschen, Haushalte und Unternehmen mit Aufschlüsselungen nach Alter, Geschlecht und Einkommen; elektronisch bezahlte Käufe statt Barzahlung bei Lieferung; Onlineverkauf oder Onlinebestellungen nach Unternehmensgröße; den E-Commerce-Anteil am Unternehmensumsatz; und den elektronischen Handel zwischen Partnerstaaten.
Ein gedachtes Beispiel zeigt den Nutzen. Ein kleiner Betrieb nimmt erstmals Bestellungen im Internet an. Seine Kundschaft zahlt weiterhin bar bei der Lieferung. Dann hat sich der Bestellkanal verändert, nicht zwangsläufig die Zahlungsweise. Auch der Umsatz muss dadurch noch nicht gestiegen sein. Das Beispiel beschreibt keinen beobachteten Betrieb, sondern erklärt, warum die Kennzahlen verschiedene Entwicklungen erfassen.
Für einen Ländervergleich muss anschließend geklärt sein, was als kleiner Betrieb gilt und welche Unternehmen überhaupt erfasst werden. Alters- und Einkommensgruppen erfordern entsprechende Angaben in der Quelle. Grenzüberschreitende Verkäufe brauchen eine eindeutige Zuordnung von Käufer und Verkäufer. Wird mangels direkter Beobachtung eine Ersatzgröße verwendet, gehört diese Einschränkung neben den Wert.
So entsteht Vergleichbarkeit nicht durch eine gemeinsame Tabellenüberschrift, sondern durch gemeinsame Regeln unter der Tabelle.
Wer liefert die Zahl, wer erklärt die Lücke?
Die Strategie belässt es nicht bei Messwünschen. Sie weist nationalen Statistikbehörden die Erhebung von Daten zu E-Commerce und regionalem Handel zu. Nationale Programmmanagementeinheiten sollen Kennzahlen zusammentragen; nationale Kontaktstellen berichten an die entsprechende Einheit der EAC. Für die regionale Beteiligungsplattform ist eine vierteljährliche Fortschrittsprüfung vorgesehen.
Das beschreibt den geplanten Ablauf. Es belegt nicht, dass jede Stelle schon regelmäßig liefert. Gerade deshalb sind Zuständigkeiten wichtig: Eine leere Tabellenzelle kann bedeuten, dass eine Erhebung fehlt, eine Definition nicht passt oder eine Meldung noch aussteht. Ohne Quelle und verantwortliche Stelle bleiben diese Ursachen ununterscheidbar.
Die nationalen Konsultationen können helfen, solche Probleme früh zu erkennen. Händler, Logistikunternehmen, Postdienste, Zahlungsanbieter und Behörden sehen jeweils andere Teile des Geschäfts. Die offizielle Darstellung der früheren Bestandsaufnahme ordnet diesen Blick auf das gesamte Umfeld in die Entstehung der Strategie ein. Aus einer Praxiserfahrung kann eine bessere Erhebungsfrage werden. Eine Veranstaltung allein liefert jedoch noch keinen belastbaren Nenner für eine Quote.
Interessant wäre daher nicht nur, wer im September und Oktober beteiligt war. Interessant wäre, welche Empfehlung eine Definition oder Datenquelle verändert hat und wie diese Änderung in die neue Ausgangsreihe eingegangen ist.
Ein Arbeitsprogramm ist noch kein Ergebnisbericht
Neben den Daten nennt die EAC abgestimmten Verbraucherschutz, Online-Streitbeilegung und öffentlich-privaten Dialog als Prioritäten. Die Mitteilung sagt nicht, dass die Rechtsangleichung abgeschlossen oder ein regionaler Streitbeilegungsdienst in Betrieb sei. Auch die Beschreibung von EARDIP erläutert ein Vorhaben zur digitalen Integration, nicht den Abschluss sämtlicher Teilprojekte.
Entsprechend sollte die Vorbereitung auf das AfCFTA-Protokoll zum digitalen Handel gelesen werden. Aus einem Gespräch über Bereitschaft folgt weder das Inkrafttreten noch die innerstaatliche Anwendung in jedem Land. Dafür braucht es andere Nachweise als den Bericht über dieses Treffen.
Der nächste überzeugende Schritt könnte deutlich weniger feierlich ausfallen: eine Tabelle mit Definition, Zähler, Nenner, Bezugszeitraum und Quelle für jeden Indikator. Dazu die Länderabdeckung, fehlende Beobachtungen und eine erkennbare Trennung von gemessenen Werten und Schätzungen. Regionale Summen sollten sich auf nationale Angaben zurückführen lassen; bei methodischen Änderungen sollten ältere Fassungen erhalten bleiben.
Dann ließe sich erkennen, ob mehr Menschen online kaufen, mehr Käufe elektronisch bezahlt werden oder die Statistik lediglich genauer geworden ist. Alle drei Entwicklungen können wichtig sein. Sie sind nur nicht dasselbe.
Weiterführende Perspektive
Note 73 von Lu Heng behandelt den Unterschied zwischen Beteiligung und Autorität in der Internet-Governance. Der Meinungsbeitrag ist keine unabhängige Quelle zu diesem EAC-Treffen oder zur Richtigkeit seiner statistischen Angaben.
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