Zusammenfassung

  • Dimaag und Toshiba entwickeln einen Batteriespeicher, der häufige Lastwechsel in KI-Rechenzentren bewältigen und zugleich auf Stromunterbrechungen reagieren soll
  • Das System ist auf eine Nutzungsdauer von mehr als zehn Jahren ausgelegt, doch die Unternehmen haben keine Ergebnisse aus einer in Betrieb befindlichen Kundeninstallation veröffentlicht

Die Fakten

Dimaag und Toshiba kündigten am 9. September eine Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Batteriespeichers für KI-Rechenzentren an, der auf häufige Veränderungen des Rechenbedarfs reagieren und zugleich Notstrom bereitstellen soll.

Das System soll die SCiB-Lithium-Titanoxid-Batterien von Toshiba mit dem immersionsgekühlten Batteriekonzept von Dimaag kombinieren. Es soll sprunghafte Veränderungen des Strombedarfs abfedern, Geräte bei kurzen Spannungseinbrüchen weiter versorgen und auf Anforderungen des Stromnetzes reagieren.

Dimaag plant, die Batterien zusammen mit Anlagen zur Leistungsumwandlung und Echtzeitsteuerungen als Teil seiner modularen ZettaWatt-Plattform zu integrieren. Toshiba wird die Batteriezellen liefern, während Dimaag das übergeordnete Speichersystem konzipieren, fertigen und integrieren wird. Mit dem Wachstum eines Rechenzentrumscampus könnten weitere Module ergänzt werden.

Die Partner streben häufige Lade- und Entladevorgänge mit hoher Leistung sowie eine Nutzungsdauer von mehr als zehn Jahren an. Diese Angaben sind Entwicklungsziele und keine Ergebnisse aus einer fertiggestellten Installation bei einem Kunden. Toshiba verkauft bereits SCiB-Speicher für herkömmliche Notstromsysteme in Rechenzentren, doch diese Produkte belegen nicht, wie sich das neue gemeinsam entwickelte System bewähren wird.

Die Einschätzung

Batterien für Rechenzentren werden häufig danach beurteilt, wie lange sie Anlagen bei einem Ausfall der Hauptstromversorgung weiter betreiben können. Dimaag und Toshiba schlagen ein System vor, das zusätzlich häufiger eingesetzt werden soll: Es wird geladen und entladen, wenn die KI-Rechenlasten steigen und fallen. Damit kommt es stärker darauf an, wie sich die Batterie bei wiederholter Nutzung verhält, und nicht nur darauf, wie lange sie Notstrom bereitstellen kann.

Für einen Käufer müsste das System anhand des Lastprofils getestet werden, das es voraussichtlich jeden Tag bewältigen soll. Es muss schnell auf Veränderungen des Bedarfs reagieren und zugleich genügend gespeicherte Energie für eine tatsächliche Stromunterbrechung vorhalten. Durch wiederholte Lade- und Entladezyklen gewinnen auch die Kühl- und Steuerungssysteme an Bedeutung, weil ihre Leistung beeinflusst, wie zuverlässig die Batterie diese Aufgabe immer wieder erfüllen kann.

Für die BTW-Leserschaft sind Belege aus einer Installation in einem tatsächlich betriebenen Rechenzentrum besonders relevant. Ein namentlich genannter Kunde, Ergebnisse aus wiederholten Lade- und Entladezyklen und Garantiebedingungen für diese Art der Nutzung würden zeigen, ob das Konzept sowohl das alltägliche Lastmanagement als auch die Notstromversorgung unterstützen kann. Bis dahin bleiben die angestrebte Nutzungsdauer von mehr als zehn Jahren und die Eignung für häufige Lade- und Entladezyklen Zielvorgaben und keine nachgewiesenen Betriebsergebnisse.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten sind eine konkret benannte Rechenzentrumsinstallation und veröffentlichte Tests, die zeigen, wie das System auf wiederholte Laständerungen reagiert, während die Notstromkapazität erhalten bleibt. Garantiebedingungen für dieses Nutzungsmuster sowie Messwerte zum Kühlbedarf und zu elektrischen Verlusten würden ein klareres Bild davon vermitteln, wie das System in der Praxis arbeitet.