Zusammenfassung

  • Der neue Abschnitt 7.4 der Fassung 12 fordert, normalisierte oder aggregierte Werte regelmäßig mit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Dienstinstanzen abzugleichen.
  • Anwendungs-QoE, bekannte Referenzen und konstante Testlasten sind mögliche Prüfmittel; die Grenzwerte legt der Betreiber fest.

Ein Score kann sauber signiert und frisch sein, ohne die richtige Instanz für eine Anfrage zu benennen. Kryptografie schützt die Herkunft der Nachricht. Eine gemeinsam vereinbarte Normalisierung macht Zahlen verschiedener Anbieter vergleichbar. Ob eine ausgewählte Anwendung anschließend gut funktioniert, ist damit noch nicht gemessen.

Der CATS-Arbeitsgruppenentwurf vom 29. September zieht deshalb eine zweite Prüflinie ein. Fassung 11 kannte bereits Rohwerte der Stufe 0, kategorisierte Stufe-1-Werte und einen globalen Stufe-2-Score. Auch das versionierte Manifest für Anbieter übergreifende Rechenfunktionen, Beobachtungszeiten und Sicherheitsprüfungen standen zuvor im Text. Neu ist in Fassung 12 der eigene Abschnitt zur Gültigkeit des Ergebnisses gegenüber dem Dienst.

Er nennt drei Verfahren: die Entwicklung der Werte mit Anwendungs-QoE oder SLA-Indikatoren korrelieren, Verteilungen mit bekannten guten Instanzen vergleichen und unter fester Last Abweichungen von einer erwarteten Basis ermitteln. Das ist kein standardisierter Grenzwert. Prüfintervall und Abweichungsschwelle gehören zur lokalen Betriebspolitik; dauerhafte Unterschiede zwischen Score und Anwendungserlebnis sollen eine Neukalibrierung auslösen.

Der ebenfalls neue Abschnitt 7.5 trennt Konfiguration, Betriebszustand und Statistik. Gewichte, Normalisierungsgrenzen, Messfenster und Manifestversion sind nicht der aktuelle Score samt Quelle, Beobachtungszeit und Gültigkeit; beide sind wiederum nicht identisch mit Maxima, Mittelwerten und Historie. Die Zuordnung zu YANG legt ein gesonderter CATS-Entwurf fest. Für mehrere Anbieter verdeutlicht Fassung 12 zudem, dass sich Stufe 1 je Kategorie abstimmen lässt, während der globale Stufe-2-Wert Einigkeit über alle Aggregationen und die Gesamtnormalisierung braucht.

Scheitert das, kann ein Stufe-0-Wert mit ausgewiesener Einheit und Quelle die ehrlichere Vergleichsgrundlage sein.

Das Papier ist weiterhin ein aktiver Arbeitsgruppen-Internet-Draft im Zustand I-D Exists, kein RFC und kein Nachweis für einen Fehler im Betrieb. Es löst die Kalibrierungsfrage nicht automatisch. Es legt aber offen, dass die mathematische Übereinstimmung eines Werts nicht die praktische Wahrheit über einen Dienst ersetzt.

Quellen